Prozessor: AMD FX-8150 @ Noctua NH-C12P Mainboard: Gigabyte GA-990FXA UD3 RAM: 16GB DDR3-1600 GeIL Black Dragon Grafik: MSI Radeon HD5830 TwinFrozr II Soundkarte: ASUS Xonar D2 Netzteil: Antec Neo HE 550 Watt Betriebssystem: Win7 Home Premium
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[Kurz-Review] Noctua A-Series - Spezialisten unter sich
Nachdem wir kürzlich über die neuen A-Series-Lüfter von Noctua berichteten, haben wir nun die Möglichkeit uns drei Vertreter dieser Serie in 40 und 60mm, sowie den ultraflachen 92mm-Lüfter, näher anzusehen, was wir in Form eines Kurz-Reviews machen wollen. Wir danken den österreichischen Kühlungsspezialisten von Noctua für die Bereitstellung unserer Samples.
Erster Eindruck / Lieferumfang:
Alle drei Lüfter kommen wie von Noctua gewohnt in einer sehr hochwertigen, aufklappbaren Pappbox verpackt. Das Zubehör ist auf den ersten Blick identisch und wie üblich bei Noctua sehr reichhaltig.
In der Packung finden sich jeweils Schrauben oder alternativ Gumminippel zur Befestigung, eine 30cm Verlängerung für das Anschlusskabel sowie Noctuas LNA (Low-Noise-Adapter) zur Reduktion der Drehzahl. Ergänzend zu diesem Zubehör liegt jedem Lüfter noch etwas individuelles bei:
Der Lieferumfang des 92er NF-A9x14 wird durch ein Y-Kabel für den Anschluss eines zweiten Lüfters an einen einzelnen Lüfteranschluss auf dem Mainboard ergänzt.
Beim 60er NF-A6x25 findet sich ein Adapterkabel von 4-Pol Molex auf den Lüfteranschluss und zusätzlich zum LNA noch ein ULNA (Ultra-Low-Noise-Adapter).
Dem 40er NF-A4x10 schließlich liegt ein Adapter vom üblichen dreipoligen Lüfteranschluss auf den nicht so weit verbreiteten, kleinen 2-Pol-Anschluss bei. Weiterhin findet man bei diesem unter anderem für Ultra-Slim Servergehäuse vorgesehenen kleinen Lüfter noch ein von Noctua "Omni-Join" getauftes Set bei, mit dem man kinderleicht einen Anschluss an jedem existierenden Lüfteranschluss realisieren kann.
Gerade bei Serversystemen folgen die Hersteller oft nur eigenen Standards, um sicherzustellen, daß selbst beim Austausch eines einfachen Lüfters nur Komponenten des jeweiligen Herstellers zu verwenden sind.
Um diesem nun entgegenzuwirken findet sich eine sehr gut beschriebene und ebenso bebilderte Anleitung in der Verpackung des 40er Noctua-Lüfters. Das Omni-Join-System funktioniert hierbei wie eine Art High-Tech-Quetschklemme. Noctua sieht vor, daß das Kabel des zu tauschenden Lüfters durchtrennt wird und so der - oftmals sogar verlötete - Stecker im Mainboard verbleiben kann. Anschließend werden die Kabel in den Omni-Join-Klemmen mit dem beiliegenden Adapter für den NF-A4x10 zusammengeführt. Zuletzt bleibt noch, die Klemmen mit Hilfe einer Zange zusammenzudrücken, bis sie einrasten - das Abisolieren der Kabel übernimmt der Adapter. Auf diese Art stellt man spielend leicht einen für den Noctua-Lüfter passenden Lüfteranschluss am Mainboard her.
Detailbetrachtung:
Der kleinste Vertreter des Trios, der Noctua NF-A4x10, dreht bei normalem Anschluss an das Mainboard ohne Regelung für einen 40mm-Lüfter nicht ungewöhnliche 4500rpm schnell und fördert dabei 8.2m³/h Luft. Laut Angabe von Noctua erreicht er hierbei einen Schalldruck von 17.9dB, was einen im Vergleich zur reichlichen Konkurrenz sehr guten Wert darstellt. Koppelt man den kleinen Lüfter mit dem beiliegenden LNA, so verringert sich die Drehzahl auf 3700rpm, die Förderleistung schrumpft auf 6.6m³/h, was noch immer einen sehr guten Wert für einen 40er Lüfter darstellt. Viel interessanter ist jedoch die deutlich reduzierte Geräuschentwicklung - gerade noch 12.9dB stellen einen herausragend guten Wert für einen derart kleinen Lüfter bei gleichzeitig hoher Förderleistung dar.
Da 40er Lüfter außer auf klassischen Grafikkarten wie zum Beispiel der Voodoo 4 von 3dfx oder auf Northbridge-Kühlern eigentlich ausschließlich in slim-size Servern zum Einsatz kommen, ist ein weiterer Faktor neben Laufruhe und Föderleistung noch weit wichtiger: Die Zuverlässigkeit. Der Edelhersteller für Computerkühlung aus Österreich gibt für den NF-A4x10 über 150.000 Stunden MTBF an und gewährt beeindruckende sechs Jahre Garantie auf den kleinen Lüfter.
Der NF-A6x25 als Vertreter der kleinen aber kräftigen Lüfter, die gerne in engen HTPC-Gehäusen wie dem MS-Tech MC-380 ihr Einsatzgebiet finden, kommt mit einer Standarddrehzahl von 3000rpm daher, die sich mittels LNA auf 2400, mittels ULNA auf 1600rpm drosseln lässt. Die maximale Fördermenge ändert sich so von 29.2m³/h auf 23.5m³/h und schließlich auf 16.7m³/h, die Lautstärke sinkt von ordentlichen, aber nicht überragenden 19.3dB auf 14.5dB bei Verwendung des LNA bis hin zu unhörbaren 8.2dB bei Verwendung des ULNA - und dieser Wert ist in Anbetracht der noch vorhandenen Fördermenge wahrlich herausragend gut.
Wie auch für den NF-A4x10 gilt für den 60er Noctua eine MTBF für mehr als 150.000 Stunden und eine Garantie von 6 Jahren.
Kommen wir zuletzt zum NF-A9x14, dem im späteren Verlauf noch eine besondere Rolle bei diesem Kurzreview zuteil werden soll. Im Gegensatz zu den beiden kleineren Vertretern der A-Serie kommt der NF-A9x14 mit einem PWM-Anschluss daher, weshalb seine Drehzahl individuell zwischen 300 und maximal 1700 (mit LNA) bzw 2200rpm regelbar ist. Noctua gibt eine maximale Geräuschentwicklung von maximal 13.5 mit LNA und 19.9dB ohne LNA an, hierbei beträgt die maximale Luftfördermenge 38.1 bzw 50.5m³/h. Die Werte lassen sich nicht direkt mit gleich gearteten Lüftern vergleichen - es gibt einfach keine derart flach bauenden 92er Lüfter am Markt!
Nahezu unnötig zu erwähnen: Auch hier punktet Noctua mit einer MTBF von über 150.000 Stunden und wiederum stolzen 6 Jahren Garantie.
Wo aber wäre das Anwendungsgebiet eines derart flach bauenden 92er Lüfters? Nun, ein solcher fände sich zum Beispiel auf einem Top-Blow-Kühler in einem beengten HTPC-Gehäuse, wo er immerhin mehr als einen weiteren Zentimeter Platz zum Beispiel zu einem Gehäusedeckel möglich machen kann. Jetzt stellt sich uns natürlich die Frage: Wenn wir einen normal hohen 92er Lüfter durch einen 11mm niedrigeren ersetzen, wie wirkt sich das abseits aller theoretischen Werte praktisch auf die Kühlleistung aus?
Wir sind neugierig und weiten deshalb dieses Kurz-Review um einen kleinen praktischen Teil aus.
Praxistest:
Um zu bestimmen, wie viel Kühlleistung bei welcher Geräuschentwicklung verloren geht, wenn man den NF-A9x14 einsetzt, nutzen wir einen Scythe Katana 3, dessen serienmässigen 92er Lüfter wir demontieren. Anschließend setzen wir den normal hoch bauenden Noctua NF-B9 auf und lassen den Katana auf unserer Kühlertestplattform einen 125W Phenom kühlen - eine große Aufgabe für den vergleichsweise kleinen Scythe Katana. Im Anschluss demontieren wir den NF-B9 und tauschen ihn gegen den ultraflachen NF-A9x14 aus. Beide Tests lassen wir zunächst unter praxisnahen PWM-Bedingungen laufen, so daß das Mainboard die Drehzahl und die Temperatur eigenständig bestimmen kann.
Noctua NF-B9 vs. NF-A9x14: 25mm Rahmenbreite treffen 14mm
Beginnen wollen wir nun mit dem NF-B9, wir fahren unsere Testplattform hoch und messen die Idle-Werte. Von der Steuerung des GA-MA770 UD3 wird der NF-B9 auf dem Scythe Katana auf lautlose 1050rpm geregelt, was in einer Temperatur von 34°C mündet. Starten wir den Intel Burn Test, erhöht die automatische Lüftersteuerung die Drehzahl auf 1700rpm, es stehen 55°C zu Buche. Der NF-B9 ist dabei nicht lautlos, aber dennoch insbesondere für einen vergleichsweise kleinen 92er Lüfter sehr leise - ein echter Prüfstein für den NF-A9x14.
Um eine absolute Vergleichbarkeit der beiden Lüfter herzustellen, fixieren wir die Drehzahl des NF-B9 auf 1500 rpm. Unter diesen Bedingungen wirft HWMonitor schlussendlich im Idle 32°C, im Load 56°C als Maximaltemperaturen aus.
Nachdem wir den NF-B9 von seiner Herkulesaufgabe auf dem Kühlkörper des Scythe Katana entbunden haben, soll der NF-A9x14 seinen Platz einnehmen. Wir müssen zugeben: Wir sind sehr gespannt darauf, wie viel Kühlleistung der Scythe Katana mit dem immerhin 11mm flacheren Noctua-Lüfter im Gegensatz zum normal hohen NF-B9 aufbauen kann.
Zunächst lassen wir den NF-A9x14 unterstützt durch die PWM-Steuerung des Gigabyte GA-MA770 UD3 antreten. Im Idle dreht der ultraflache Noctua-Spross bei 1400rpm, was leise Luftströmungsgeräusche zur Folge hat. Die Temperatur beträgt stabil 36°C. Nach Aktivierung des Intel Burn Test steigt die Temperatur recht schnell an, die Drehzahl reguliert sich ebenso schnell nach oben, sie erreicht in der Spitze 2000rpm. Die Temperatur verharrt schlussendlich bei 56°C - wie auch beim NF-B9, nur mit bauartbedingt deutlich höherer Drehzahl. Die Lautstärkerentwicklung des NF-A9x14 überrascht uns hierbei. Obwohl er mit deutlich weniger Höhe als der NF-B9 auskommen muss und somit wesentlich mehr Aufwand betreiben muss, um einen ähnlichen Luftdurchsatz zu generieren, würden wir die Lautstärke nicht als zu hoch bezeichnen. Natürlich sind 2000rpm nicht lautlos, es sind Geräusche wie von einer kleinen und sehr leisen Turbine zu hören, die Luftströmungsgeräusche sind deutlich. Der Begriff "Turbine" mag in diesem Zusammenhang negativ klingen, soll aber lediglich die Art des Geräusches definieren. Störend ist die Geräuschentwicklung jedenfalls nicht.
Bei den von uns als Fixwert genutzten 1500rpm ist der NF-A9x14 abgesehen von den schon bei 1400rpm hörbaren leisen Luftströmungsgeräuschen nahezu lautlos. Die Idle-Temperatur übersteigt einen Wert von 36°C nicht, entspricht also dem der PWM-Steuerung. Jetzt aber zur Nagelprobe: Wir starten den Intel Burn Test. Zur Erinnerung: Der NF-B9 erzielte bei gleicher Drehzahl eine Maximaltemperatur von 56°C. Hier nun erreicht der Phenom X4 9850 BE bei maximaler Belastung 62°C, sechs Grad mehr. Eine hohe Temperatur, aber dennoch absolut vertretbar und bei fixierten 1500rpm wirklich leise.
Abschließende Gedanken:
Produkte von Noctua, ob nun Kühler oder Lüfter für verschiedenste Einsatzgebiete, sollen von jeher den Enthusiasten unter den Usern ansprechen. Sie stehen für hohe Qualität, was Noctua nicht müde ist, zu betonen und auf vielfältige Art und Weise zu untermauern - genannt seien hier exemplarisch die selbstbewussten sechs Jahre Garantie. So hat sich Noctua über die Jahre nicht nur aufgrund der auffälligen, an den Steinkauz Athene noctua angelehnten Farbgebung einen echten Namen gemacht.
Die neuesten Noctua-Sprösslinge der A-Serie machen folgerichtig vom ersten Moment an einen ausgezeichneten Eindruck. Schon das äußere Erscheinungsbild zeugt von Hochwertigkeit, die Kunststoffe sind gut gewählt, Details wie die zur Geräuschminderung strukturierten Lüfterblätter oder die integrierten Gummiflächen an den Schraubenlöchern zur Entkopplung vom Gehäuse fallen prompt ins Auge. Egal welchen Lüfter man in Betrieb nimmt, sie sind in ihrer Klasse zweifelsohne unter den leisesten zu finden. Details wie das ausgeklügelte Omni-Join-System beim NF-A4x10 runden das positive Gesamtbild der A-Serie ab.
Der in diesem Kurzreview näher betrachtete 92mm messende NF-A9x14 macht gar eine eigene Klasse für sich auf - es gibt am Markt kein vergleichbares Produkt. Unsere anfänglichen Bedenken in Bezug auf Förderleistung und Geräuschentwicklung wurden im Test gegen seinen normal hoch bauenden Markenkollegen NH-B9 nicht bestätigt, der ultraflache 92er verrichtet seine Arbeit zwar leicht lauter als der NH-B9, ist aber dennoch eine nicht zu verachtende, hochinteressante Alternative für sehr beengte Gehäuseverhältnisse.
Fazit:
Noctuas neuer A-Serie gelingt ein beeindruckend gutes Debüt in der großen Konkurrenz am Lüftermarkt. Die Edel-Kühlerspezialisten aus Österreich platzieren ihre neuen Sprösslinge erwartungsgemäß in der Spitzengruppe der jeweiligen Lüfterkonkurrenz und begründen mit dem NH-A9x14 gar eine ganz eigene Klasse. Da wir für diese Kurzbetrachtung der A-Serie wie für jedes Kurz-Review keinen Award vergeben, soll es hier bei einer Empfehlung bleiben: Sollte der Kauf eines neuen Lüfters anstehen und ein Lüfter aus Noctuas A-Serie in Frage kommen, wäre es fahrlässig, ihn nicht in die engere Wahl zu ziehen.
Der Noctua NF-A14x10 ist aktuell ab 13 Euro, der NF-A6x25 ab 14 Euro und der NF-A9x14 ab 16 Euro im Handel erhältlich.