1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

[Review] BeQuiet SilentLoop 280 - Kompaktwasserkühlung

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 24 Juli 2017.

By kingspride on 24 Juli 2017 um 10:10 Uhr
  1. kingspride

    kingspride Moderator
    Mitarbeiter

    Dabei seit:
    30 Juni 2010
    Beiträge:
    15.866
    Danke erhalten:
    894
    Ort:
    Berlin
    Kompaktwasserkühlung mit Erweiterungsmöglichkeiten, und damit der perfekte Einstieg in den eigenen Custom-Loop? Oder Wasserkühlung für ITX Systeme, wo kein Platz für extra Pumpen und Ausgleichsbehälter ist? Genau das will BeQuiet mit dem SilentLoop 280 erreichen, und wir schauen uns an, wie sich die Kompaktwakü bei 140W TDP und Sommerwärme schlägt.

    Wir bedanken uns bei BeQuiet für die Bereitstellung unseres Testsamples!

    bequiet-logo.png

    #### __Erster Eindruck / Übersicht__
    Der SilentLoop kommt in einem für BeQuiet üblichen, schwarzen Karton, bedruckt mit allen wichtigen Informationen und mit einer etwas samtigen Haptik. Darin finden wir, sauber und ordentlich verpackt, Die Kompaktwakü sowie 2 140mm Lüfter und eine Tüte mit allen nötigen Schrauben und Blechen für die Montage auf Intel und AMD Sockeln.


    [​IMG] [​IMG]

    Die Wasserkühlung selbst ist komplett in schwarz gehalten, nur auf dem Pumpengehäuse steht in silberner, plastischer Schrift "bequiet". Die sehr weichen Schläuche wurden mit einer Metallspirale bzw. Feder umwickelt, um sie gegen Durchknicken zu schützen. Alle Kabel und Stecker sind ebenfalls schwarz oder schwarz gesleevt.
    Pumpe und Radiator sind mit Standard-G1/4" Gewinden verbunden, sodass die Möglichkeit zur Erweiterung mit anderen Wasserkühlungsteilen gegeben ist. Außerdem finden wir am Pumpengehäuse einen Nachfüllstutzen, laut Handbuch werden als geeignete Flüssigkeiten die speziellen Mischungen von z.B. Aquatuning, Phobya oder innovatek genannt.
    Bei genauer Betrachtung des Radiators fällt auf, dass dessen Lamellen nur sehr dünn schwarz lackiert wurden. Dabei handelt es sich allerdings laut Hersteller nicht um einen Fertigungsfehler, sondern um eine absichtliche Verringerung der Farbdicke zugunsten einer besseren Wärmeabgabe. Von der Seite ist das Braun des Kupfers kaum zu sehen, einen Stilbruch verursacht diese Maßnahme also nicht.


    [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    [​IMG]

    #### __Montage__
    Kommen wir direkt zur Sache: Die Montage auf unser Testsystem. Diese ist bei Kompaktwasserkühlungen naturgemäß umständlicher als bei einem einfachen Lüftkühler. Nach kurzer Konsultation des Handbuchs wird allerdings klar, dass BeQuiet alle Schritte unternommen hat, um die Montage so einfach wie möglich zu gestalten. Als erstes muss die sockelspezifische Mounting-Bridge an der Pumpe angebracht werden; dies ist in 90° Schritten möglich, sodass auch auf AMD Sockeln mit beliebiger Ausrichtung montiert werden kann. Leider ist dieser Schritt nur mit hohem Kraftaufwand zu bewältigen, über eine Demontage denken wir vorerst lieber nicht nach. Das sollte auch nur bei einem Plattformwechsel nötig werden...


    [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Als nächstes werden die Halteschrauben mithilfe von Federn, Scheiben und Muttern an der Pumpe vormontiert, sodass das eigentliche Festschrauben auf dem Mainboard dann in einem Stück erfolgen kann. Fehlt noch, die Folie von der Unterseite des CPU Blocks bzw. der Pumpe abzuziehen und etwas Wärmeleitpaste aus der praktischen Spritze auf der CPU, dann kann, wer kräftige Finger hat, sogar die Endmontage dank Rändelschrauben völlig werkzeuglos vornehmen. Wir nehmen dann aber doch lieber einen Schraubendreher.


    [​IMG] [​IMG]

    Nun sitzt zwar der Block auf der CPU, wirklich gekühlt werden kann aber immernoch nicht, dazu fehlen noch die Lüfter auf dem Radiator. Diese sind schnell angeschraubt und mithilfe des beigelegten Y-Adapters am einzigen CPU_FAN Anschluss unseres Mainboards angeschlossen.
    Zur Montage des Radiators im Gehäuse sind ebenfalls Schrauben beigelegt; zu beachten ist hier, dass neben den Lüfterplätzen jeweils rund 2cm Platz sein müssen, da sich dort die Schlauchanschlüsse befinden.

    [​IMG]

    Weiterhin wird eine Tiefe von 3cm (Radiator) + 2,5cm (Lüfter) benötigt, um den Radiator kollisionsfrei zu verbauen. Die Schläuche sind rund 35cm lang, allzuweit vom CPU Sockel sollte der Radiator also ebenfalls nicht platziert werden - es sei denn, man verlängert die Schläuche mit eigenem Material, was ja dank der G1/4" Anschlüsse kein Problem ist.

    [​IMG]

    #### __Testmethodik__
    Für unsere Kühlertests verwenden wir einen gehäuselosen Aufbau mit einem Gigabyte GA-MA770 UD3 und einem Phenom X4 9550 mit 95W TDP, einen Phenom X4 9850 mit 125W TDP oder gar einen Phenom X4 9950 mit brutalen 140W TDP, je nach TDP-Freigabe der zu testenden Kühler. Den gehäuselosen Aufbau verwenden wir, weil verschiedene Gehäuse mit unterschiedlichen Lüfterbestückungen jeweils sehr großen Einfluss auf die Temperaturentwicklung haben können. Der Testaufbau wird ergänzt durch ein abseits platziertes und nahezu geräuschloses Cougar VTX400 Netzteil, dessen Lüfter bei Bedarf angehalten wird, sowie eine passiv gekühlte Sapphire HD6450 Flex und eine SSD, wodurch wir die Geräuschentwicklung des jeweiligen CPU-Kühlers ohne äußere Einflüsse feststellen können. Um die CPU wirklich voll zu belasten, verwenden wir den prime95 und wählen hier den "smallFFT" TortureTest aus. Dieser Test läuft rund 10 Minuten. Die Temperaturen lesen wir mittels hwmonitor an der CPU-Diode des GA-MA770-UD3 aus. Zur Kontrolle loggt auch Aida64 diese Daten im Hintergrund mit.

    Die Rahmenbedingungen für diesen Test liegen bei 26°C Zimmertemperatur. (Es ist Sommer...)
    Zum besseren Vergleich mit anderen Tests dürfen gerne ~2°C von den Ergebnissen abgezogen werden, das sollte realistisch sein.

    [​IMG]
    _Standard Aufbau mit ETS-T40_

    Die Kühlleistung wird in mehreren Schritten gemessen:
    1. Kühlleistung unter Verwendung der PWM-Funktion des Mainboards.*
    2. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1500 rpm
    3. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1000 rpm

    *Unter PWM-Einstellung regelt unser Gigabyte GA-MA770 UD3 die Drehzahl der Lüfter selbständig je nach Temperatur. Das BIOS versucht dabei, nach fest vorgegebenen Parametern auf entstehende Temperaturen zu reagieren und gibt "hochregeln" oder "runterregeln" als Signal über die PWM-Steuerung an die Lüfter. Mit welcher Drehzahl und mit welchen Drehzahlsprüngen die Lüfter reagieren, liegt an ihrer Auslegung durch den Hersteller, unser Testsystem hat hierauf keinen Einfluss.

    Wir verwenden für die Belastungstests unseren __Phenom X4 9850__, und anschließend den heißeren __Phenom X4 9950__.

    #### Belastungstests
    __Idle__
    Nach eine halben Stunde Standzeit messen wir:
    _125W_
    __29°C__ bei __700rpm__ und __23dbA__ || Radiatortemp.: __28°C__
    _140W_
    __27°C__ bei __700rpm__ und __23dbA__ || Radiatortemp.: __28°C__
    upload_2017-7-25_18-52-46.png upload_2017-7-25_18-55-12.png

    __PWM 2 Lüfter__
    _125W_
    __41°C__ bei __990rpm__ und __25dbA__ || Radiatortemp.: __31°C__
    _140W_
    __41°C__ bei __925rpm__ und __25dbA__ || Radiatortemp.: __31°C__
    upload_2017-7-25_19-1-23.png upload_2017-7-25_18-59-3.png

    __PWM 1 Lüfter__
    _125W_
    __45°C__ bei __937rpm__ und __25dbA__ || Radiatortemp.: __35°C__
    _140W_
    __45°C__ bei __880rpm__ und __24dbA__ || Radiatortemp.: __35°C__
    upload_2017-7-25_18-56-25.png upload_2017-7-25_18-57-6.png

    Fixed: __1200rpm__
    _125W_
    __39°C__ bei __28dbA__ || Radiatortemp.: __31°C__
    _140W_
    __40°C__ bei __28dbA__ || Radiatortemp.: __31°C__
    upload_2017-7-25_19-3-6.png upload_2017-7-25_19-3-55.png

    Fixed: __800rpm__
    _125W_
    __43°C__ bei __24dbA__ || Radiatortemp.: __32°C__
    _140W_
    __42°C__ bei __24dbA__ || Radiatortemp.: __34°C__
    upload_2017-7-25_19-6-5.png upload_2017-7-25_19-4-44.png

    #### __Abschließende Gedanken__
    Die Leistung dieser Kompaktwasserkühlung ist exzellent. Trotz widriger Umstände (sommerliche Temperaturen von ~26°C!) konnte sie Temperaturen erreichen, die sonst nur ein großer Luftkühler wie der Noctua NH-D15 nur bei 22°C Umgebungstemperatur zeigen können.
    Bemerkenswert ist auch, wie leise die Pumpe trotz voller Drehzahl von __2200rpm__ agiert - das schaffen sogar nur wenige Pumpen, die direkt für Custom-Loops konzipiert wurden.
    Dank der sehr flexiblen Schläuche ist die Installation in ein Gehäuse sehr viel einfacher als bei anderen Kompaktwaküs ähnlicher Dimension.


    [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Getrübt wird dieses positive Bild kaum; wenn, dann nur von der etwas undetaillierten Montageanleitung, welche mit (unserer Meinung nach) zu wenigen Worten für zu undeutliche Bilder bzw. Schemazeichnungen auskommt. Bei der Vormontage der Schrauben an der Pumpe war zunächst nicht klar, welcher schwarze Kringel nun eine Scheibe und welcher eine Mutter ist.
    Eine Erweiterung des Loops konnten wir leider mangels passender Hardware nicht ausprobieren, wir sind aber zuversichtlich, dass die Pumpe kräftig genug ist, um auch noch einen weiteren Radiator und / oder einen Grafikkartenkühler mitzuversorgen.


    [​IMG]

    #### __Fazit__
    BeQuiet macht mit dem SilentLoop alles in allen Belangen richtig; wir haben _nichts_ zu beanstanden. Alles ist leise, die Montage geht leicht von der Hand und die Performance ist exzellent. Lediglich das undeutliche Handbuch und der stolze Preis von fast 140€ versetzen dem Ganzen einen kleinen Dämpfer. Aber mal ehrlich - Selber gebaut kostet eine Wasserkühlung eher das Doppelte.
    Daher verleihen wir dem BeQuiet SilentLoop unseren begehrten __Diamond Award__!

    [​IMG]

    Die Kompaktwasserkühlung ist für aktuell ~136€ im Handel erhältlich.
    Es gibt auch weitere Varianten: 120, 240, 280, 360.

    Fürs Cofo-Team,
    kingspride aka William
     

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 24 Juli 2017.

    1. sanyuk
      sanyuk
      Verbesserungsvorschlag: Länger als 10 Minuten testen. Bei Luftkühlern ist man schnell auf hoher Temp, Wasser hat aber ne bestimmte Kapazität an Wärmeaufnahme, das klettert und klettert und kann nach 30 oder 60 Minuten völlig anders aussehen. Vor allem bei AiOs mit relativ wenig Flüssigkeit drin.
    2. klause
      klause
      Bei einem offenen Aufbau sind halt die Temps um einiges niedriger.
      Wäre die AIO in einem Gehäuse würde das ganz anderst aussehen.
      Meine NZXT Kraken X60 280er Radiator/ i7 4790K@4,4 GHz geköpft komme ich da im Prime95 v27.9 small-fft unter Last in eingebauten Zustand nie und nimmer auf diese Temps, vorallem bei Außentemperaturen ab 26° Grad.
    3. sanyuk
      sanyuk
      das kannst du aber nicht vergleichem, die CPUs damals erreichten halt niedrigere Temps trotz höherer TDP. Mein Core2Quad ist auch nur 50-52 Grad warm geworden. Haswell kriegt man nicht so kühl, köpfen hin oder her.

      Ich würde mir wünschen, dass Ihr bei Tests mal ne Temp-Kurve aufnehmt über 45min...kann man mit HW Info 64 unkompliziert machen. Das wäre mal wirklich aufschlussreich. Man könnte auch erkennen, wie lange es dauert, bis das Plateau erreicht ist. Ich würd gerne wissen, wie warm so ne Kühlung wirklich wird beim spielen.

      Wobei ne 280er bestimmt Welten trennen von einer 120er. Ich hab gehört, dass eine 120er nen 2700k nicht besser kühlt als ein normaler Macho, wenn man die Aufheizphase mal beiseite lässt.

      zum benchen, klar. Würde ich vorher bei +2 Grad in den Kühlschrank legen das teil :smiley:
      Zuletzt bearbeitet: 2 Aug. 2017
    4. kingspride
      kingspride
      die kurve ist eine gute idee...

      stimmt schon, die 10 min reichen für luftkühler dicke, bei der wakü wirds schon eher knapp. ich sitze ja meist währenddessen daneben und schaue mir an, wie sich die temperatur nach oben arbeitet, und stoppe meist erst dann prime bzw schreibe erst dann eine temperatur auf, wenn sie sich nicht mehr bewegt. das war hier bereits nach rund 6 min. der fall, maximal kommen da also noch 2-3° drauf und das wars..

Diese Seite empfehlen