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[Review] Cryorig C7

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 24 März 2017.

By kingspride on 24 März 2017 um 21:35 Uhr
  1. kingspride

    kingspride Moderator
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    PC-Systeme werden immer kleiner. Auch im Desktop-Bereich finden sich immer mehr µATX- und Mini-ITX Gehäuse, mit teilweise sehr unterschiedlichen Grundformen. Während die Anschlussmöglichkeiten und Features dank besserer Integration direkt auf dem Mainboard kaum gelitten haben, bleibt für die Abwärme von CPUs und Grafikkarten nur noch wenig Platz.
    Genau diesem Problem nimmt sich Cryorig mit dem C7 CPU Kühler an: In diesem Test untersuchen wir, wie gut der Kühler mit 125W und 95W CPUs zurechtkommt.

    Logo.png

    Wir bedanken uns bei Cryorig für die Bereitstellung des Testsamples.

    packung.jpg packung-links.jpg packung-rückseite.jpg

    Verpackung und Inhalt
    Der Cryorig C7 kommt in einem kleinen, hochwertig bedruckten Karton. Auf der Rückseite stehen die wichtigsten Daten, z.B. die Abmessungen und die max. Kühlleistung, oder die kompatiblen Sockel. Aufgeführt ist es zwar dort nicht, aber auf Nachfrage hieß es seitens des Herstellers, dass auch AMDs neue AM4 Plattform für Ryzen unterstützt werde – ein kostenloses Montagekit kann man bei Cryorig nachordern.
    Im Karton finden wir neben dem Kühler selbst Schrauben und Muttern, eine Backplate für Intel und AMD sowie einen Sechskant Schraubendreher. Dann gibt es noch eine ganze Spritze Wärmeleitpaste dazu und natürlich die Montageanleitung.

    montage-teile.jpg reste.jpg

    Äußerer Eindruck
    Mit nur 97x97x47mm sind die Abmessungen ganz schön gering und übersteigen kaum die eines Intel Boxed Kühlers. Tatsächlich hält sich hier Cryorig an die Maximalgrenzen, die Intel und AMD um ihre Sockel herum als freie Fläche definiert haben. Dadurch sollte der Kühler mit allen RAM und Grafikkarten kompatibel sein.
    Die Kühlrippen sind aus Aluminium, der Fuß und die Heatpipes aus vernickeltem Kupfer. Die zwei gleich dicken Heatpipes verlaufen parallel im S-Bogen durch die Kühler, und verbinden so die am weitesten entfernten Stellen des Kühlers mit dem Fuß.
    Als Lüfter kommt ein 92mm Modell zum Einsatz, mit einer Drehzahl von 600rpm bis 2500rpm.

    lüfter.jpg

    Montage
    Zur Montage des C7 braucht man eigentlich nichtmal das Manual lesen, bei den wenigen und vor allem schon vormontierten Teilen braucht es nur noch wenige Handgriffe bis zum fertig montierten Kühler. Dabei sollte man übrigens vor lauter Euphorie nicht vergessen, noch Wärmeleitpaste auf der CPU aufzutragen…
    Wenn der C7 auf einem AMD System montiert werden soll, müssen noch die 4 Bleche, die den Kühler nachher mit der Backplate verbinden, gedreht werden. Nach Auftragen der WLP und Abziehen der Folie vom Kühlerfuß kann das Mainboard kopfüber auf den Kühler gelegt werden, um dann im Schlussschritt die Backplate mit 4 Muttern und dem mitgelieferten, passenden Schraubendreher an den Kühler zu schrauben. Fertig.
    Falls das eigene Mainboard unerwarteterweise Bauteile auf der Rückseite haben sollte (nicht unwahrscheinlich bei Mini-ITX) legt Cryorig noch 4 Plastik-Scheiben bei, die die Backplate entsprechend ein Stück anheben.

    schrauben-montiert.jpg mutter.jpg RAM.jpg board-übersicht.jpg


    montage-vergleich.jpg heatpipe.jpg
    Testmethodik
    Für unsere Kühlertests verwenden wir einen gehäuselosen Aufbau mit einem Gigabyte GA-MA770 UD3 und einem Phenom X4 9550 mit 95W TDP, einen Phenom X4 9850 mit 125W TDP oder gar einen Phenom X4 9950 mit brutalen 140W TDP, je nach TDP-Freigabe der zu testenden Kühler. Den gehäuselosen Aufbau verwenden wir, weil verschiedene Gehäuse mit unterschiedlichen Lüfterbestückungen jeweils sehr großen Einfluss auf die Temperaturentwicklung haben können. Der Testaufbau wird ergänzt durch ein abseits platziertes und nahezu geräuschloses Cougar VTX-400, dessen Lüfter bei Bedarf angehalten wird, sowie eine passiv gekühlte PoV GeForce 8600GT und eine SSD, wodurch wir die Geräuschentwicklung des jeweiligen CPU-Kühlers ohne äußere Einflüsse feststellen können.

    Um die CPU wirklich voll zu belasten, verwenden wir prime95 oder den Intel CPU Burn Test und wählen hier den "smallFFT" TortureTest aus. Dieser Test läuft rund 10 Minuten. Die Temperaturen lesen wir mittels hwmonitor an der CPU-Diode des GA-MA770-UD3 aus. Zur Kontrolle loggt auch Aida64 diese Daten im Hintergrund mit.

    Die Rahmenbedingungen für unseren Test liegen bei 20°C Zimmertemperatur.

    [​IMG]
    Referenz: Testaufbau mit Enermax ETS-T40

    Die Kühlleistung wird in mehreren Schritten gemessen:

    1. Kühlleistung unter Verwendung der PWM-Funktion des Mainboards.*
    2. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1500 rpm
    3. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1000 rpm

    *Unter PWM-Einstellung regelt unser Gigabyte GA-MA770 UD3 die Drehzahl der Lüfter selbständig je nach Temperatur. Das BIOS versucht dabei, nach fest vorgegebenen Parametern auf entstehende Temperaturen zu reagieren und gibt "hochregeln" oder "runterregeln" als Signal über die PWM-Steuerung an die Lüfter. Mit welcher Drehzahl und mit welchen Drehzahlsprüngen die Lüfter reagieren, liegt an ihrer Auslegung durch den Hersteller, unser Testsystem hat hierauf keinen Einfluss.

    Wir verwenden für die Belastungstests unseren Phenom X4 9850 mit 125W TDP; danach für eine zweite Runde den Phenom X4 9550 mit 95W, um realistischere Ergebnisse für modernere CPUs mit meist unter 95W TDP zu ermitteln.

    Belastungstests
    Idle
    125W: 35°C bei 1400rpm
    95W: 32°C bei 1250rpm

    PWM, 1 und ggf. 2 Lüfter
    125W: 61°C bei 2400rpm
    95W: 53°C bei 2050rpm

    Fixed: 1500rpm
    125W: 75°C
    95W: 60°C

    Fixed: 1000rpm
    125W: >80°C
    95W: 74°C, Tendenz steigend

    temp-idle.jpg temp-pwm1.jpg

    temp-1000.jpg temp-1500.jpg


    Abschließende Gedanken
    Cryorig’s C7 leistet ganze Arbeit. Er konnte trotz seiner geringen Größe die 95W CPU ausreichend kühlen, während der Lüfter nur ein sanftes Luftrauschen von sich gab. Mit dem 125W Phenom war er dann allerdings überfordert; wir mussten bei unserem Low-Noise-Test mit 1000rpm bei 80°C Core-Temperatur und 100°C VRM-Temperaturen abbrechen.
    Dank der kompakten Bauweise sollte der C7 in so gut wie jedem Mini-ITX Gehäuse Platz finden. Für das besonders kompakte DAN A4 Gehäuse wird der Cryorig C7 sogar explizit empfohlen.
    Übrigens: die Konkurrenz, den Noctua NH-L9x65, vernascht der Cryorig C7 zum Frühstück.
    Wer nachlesen will: [Review] Noctua NH-L9x65 - Mehr Kühlleistung auf kleinstem Raum

    mainboard-seite.jpg

    Fazit
    Wir können den Cryorig C7 bedenkenlos für jedes ITX System empfehlen. Es gab keine Komplikationen, die Geräuschkulisse ist selbst unter Volldampf noch vertretbar und die Kühlleistung reicht auch noch für potente Prozessoren à la Intel Core i7, die idR keine höhere TDP als 95W haben. Interessant sollte der Kühler auch in Kombination mit einem der neuen Ryzen Prozessoren werden: So viel Leistung auf so engem Raum war bisher kaum möglich.
    Wer weiß, vielleicht erscheint hier bald noch ein Nachtrag? :zwinkern:

    lüfter-nah.jpg

    Wir verleihen dem Cryorig C7 hiermit feierlich den Diamond-Award UND den Preis-Leistungs-Award!

    [​IMG] [​IMG]

    Der Cryorig C7 ist aktuell nicht erhältlich, soll aber ab Mitte April 2017 wieder verfügbar sein, zu einem Preis von rund 35€: Cryorig C7 Preisvergleich | Geizhals Deutschland

    Fürs Cofo,

    kingspride aka William
     

    Anhänge:

    TomRob hat sich bedankt.

Kommentare

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