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[Review] Cryorig R1 Ultimate - NH-D15-Konkurrenz in Silber-Schwarz

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 4 Jan. 2017.

By kingspride on 4 Jan. 2017 um 17:19 Uhr
  1. kingspride

    kingspride Moderator
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    Heute schauen wir uns echte Konkurrenz zu Noctuas NH-D14 und D15 an: Cryorigs R1 Ultimate genannten, 168mm hohen Doppeltower CPU-Kühler ganz in schickem Schwarz.
    Wir werden sehen, ob der Kühler unsere Referenz in Schach halten kann oder nicht.

    Wir bedanken uns bei Cryorig für die Bereitstellung unseres Pressesamples.

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    Verpackung und Lieferumfang:
    Schon die Verpackung kommt edel daher: Der große, würfelförmige Karton ist mattschwarz gehalten und hält bereits die wichtigsten Informationen wie Maße und CPU-Sockel-Kompatibilität bereit. Daneben findet sich auf einer Seite noch ein riesiger, silberner Aufdruck mit der Modellbezeichnung „R1“.

    20170105_132139.jpg

    Im Karton finden wir zunächst einen weiteren Karton, der das komplette Zubehör enthält. Darunter dann, ebenfalls separat verpackt, der eigentliche Kühler sowie zwei 140er PWM-Lüfter. Durch diese Verschachtelung entsteht genug Luftraum, um sicher vor Transportschäden zu sein.

    Im Zubehörkarton finden sich alle erdenklichen Teile: Montagematerial für die verschiedenen Sockel, ein langer winkeliger Kreuzschlitz-Schraubendreher (das kennen wir doch schon von Noctua?), Wärmeleitpaste in einer Spritze, 2 weitere Sätze Lüfterklammern und ein PWM-Lüfter-Y-Kabel. Und eine Produktregistrierungskarte in Scheckkartenform, die wir praktischerweise zweckentfremden können um damit die Wärmeleitpaste zu verstreichen.

    Sight_2016_12_17_143701_464.jpg

    Äußerer Eindruck:
    Cryorigs R1 kommt mit 2 Schattierungen: Schwarz und Silber. Jeweils der vordere Teil der Tower ist Silber, der hintere Schwarz – warum das so ist, können wir uns nicht erklären, es könnte sich jedoch um einen gewollten optischen Effekt handeln, der im Zusammenspiel mit den ebenfalls schwarzen, aus Plastik gefertigten Lüfterhalterungen entsteht. Diese enden nämlich genau an der Kante zwischen schwarzen und silbernen Lamellen, während sie den Hauptteil des Silbernen überdecken.

    Sight_2016_12_17_143036_273.jpg Sight_2016_12_17_143055_701.jpg Sight_2016_12_17_143153_919.jpg Sight_2016_12_17_143223_951.jpg

    Von der Optik zur Technik: Der R1 besitzt 7(!) 6mm starke Heatpipes, die allesamt silbern vernickelt wurden. Der Fuß ist geschliffen und ebenfalls vernickelt, allerdings sind bogenförmige Rillen zu sehen und zu spüren. Vermutlich sollen diese für eine bessere Verteilung der Wärmeleitpaste sorgen.

    Montage:
    Für die Montage des ausladenden R1 muss zunächst eine Basis geschaffen werden. Dazu muss zunächst das originale Retentionmodule komplett (bei AMD ebenfalls inkl. Backplate) entfernt werden. Anschließend wird Cryorigs Retentionmodule, bestehend aus einer Backplate (bei AMD gleicht sie der originalen bis auf den Umstand, dass statt Gewindegängen Schrauben verwendet werden…), Rändelmuttern mit Plastikabstandshaltern, einem Blech, an dem später der eigentliche Kühler befestigt wird, und weiteren Rändelmuttern um das Blech an den vorherigen Rändelmuttern zu befestigen.
    Diese Konstruktion sitzt am Ende auch fest am Mainboard und erlaubt es sogar, plattformunabhängig, im Gegensatz zu Noctua, den Kühler in 90° Schritten gedreht zu montieren, wie man es gerade braucht. Schon mal vorab ein Lob dafür, das können die wenigsten CPU-Kühler-Hersteller.

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    Nun muss eigentlich nur noch der Kühler auf die CPU gestellt werden und mit den, ebenfalls bereits von Noctua bekannten gefederten Schrauben am Retentionmodule befestigt werden. Eigentlich…

    Doch leider macht Cryorig hier seinen zuvor so beispielhaft gewonnen Vorsprung wieder wett: Es gelingt uns nicht, die Schraube so weit herunterzudrücken, dass sie im Gewinde greift. Schlussendlich machen wir etwas, wovor sogar das Handbuch des Kühlers warnt: Wir stellen den Kühler schief und setzen eine Schraube an, danach drücken wir ihn mit Gewalt herunter und setzen die zweite Schraube an: Das gelingt und wir können die Schrauben den restlichen Weg festziehen. Es hinterlässt dennoch einen sehr faden Beigeschmack.
    Wären die Federn, die die Schrauben hochhalten, einfach ein bisschen kürzer, wäre alles kein Problem – so fehlt aber schlichtweg ein voller Millimeter.

    Sight_2016_12_17_144515_774.jpg

    Testmethodik:
    Für unsere Kühlertests verwenden wir einen gehäuselosen Aufbau mit einem Gigabyte GA-MA770 UD3 und einem Phenom X4 9550 mit 95W TDP, einen Phenom X4 9850 mit 125W TDP oder gar einen Phenom X4 9950 mit brutalen 140W TDP, je nach TDP-Freigabe der zu testenden Kühler. Den gehäuselosen Aufbau verwenden wir, weil verschiedene Gehäuse mit unterschiedlichen Lüfterbestückungen jeweils sehr großen Einfluss auf die Temperaturentwicklung haben können. Der Testaufbau wird ergänzt durch ein abseits platziertes und nahezu geräuschloses Dell OEM Netzteil, dessen Lüfter bei Bedarf angehalten wird, sowie eine passiv gekühlte PoV GeForce 8600GT und eine SSD, wodurch wir die Geräuschentwicklung des jeweiligen CPU-Kühlers ohne äußere Einflüsse feststellen können.

    Um die CPU wirklich voll zu belasten, verwenden wir den prime95 und wählen hier den "smallFFT" TortureTest aus. Dieser Test läuft rund 10 Minuten. Die Temperaturen lesen wir mittels hwmonitor an der CPU-Diode des GA-MA770-UD3 aus. Zur Kontrolle loggt auch Aida64 diese Daten im Hintergrund mit.

    Die Rahmenbedingungen für unseren Test liegen bei 20°C Zimmertemperatur.

    [​IMG]

    Die Kühlleistung wird in mehreren Schritten gemessen:
    1. Kühlleistung unter Verwendung der PWM-Funktion des Mainboards.*
    2. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1500 rpm
    3. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1000 rpm

    *Unter PWM-Einstellung regelt unser Gigabyte GA-MA770 UD3 die Drehzahl der Lüfter selbständig je nach Temperatur. Das BIOS versucht dabei, nach fest vorgegebenen Parametern auf entstehende Temperaturen zu reagieren und gibt "hochregeln" oder "runterregeln" als Signal über die PWM-Steuerung an die Lüfter. Mit welcher Drehzahl und mit welchen Drehzahlsprüngen die Lüfter reagieren, liegt an ihrer Auslegung durch den Hersteller, unser Testsystem hat hierauf keinen Einfluss.

    Wir verwenden für die Belastungstests unseren 125W Phenom X4 9850.
    Da der Cryorig R1 sehr groß ist, wollen wir auch wissen, wie er sich mit Intels großen Sockel 2011-3er CPUs mit 130W schlagen würde, und nehmen daher eine zweite Messrunde mit unserem 140W Phenom X4 9950 mit auf.

    Belastungstests / Ergebnisse:
    Wir beginnen mit den PWM Messungen und lassen unser Gigabyte Mainboard die Lüfterdrehzahl dynamisch regeln. Danach bauen wir um auf eine manuelle Lüftersteuerung, die uns Messungen mit festen Drehzahlen erlaubt. Bei großen Lüftern messen wir mit 1200rpm und 800rpm, bei kleineren Lüftern messen wir mit 1500rpm und 1200rpm.

    Idle:
    Im Idle macht sich der große Kühler kaum bemerkbar, das einzige, was wir vernehmen können, ist ein dezentes Luftrauschen, welches aus einem geschlossenen Gehäuse heraus sicher nur schwer zu hören wäre.
    Wir messen 33dbA und 26°C.
    Die Lüfter drehen derweil mit 880rpm.

    PWM:
    2 Lüfter:

    Nach kurzer Zeit schon regelt das Mainboard die Drehzahl hoch, verweilt dann allerdings auch dort: Bei voller Prime Belastung messen wir:
    125W: 42°C und 36dbA
    140W: 43°C und 37dbA
    Dabei ist ein deutliches Luftrauschen zu vernehmen, die Lüfter drehen mit 1170rpm.

    1 Lüfter:
    Der gleiche Test nochmal, nur diesmal einen Lüfter abgesteckt:
    125W: 44°C und 35dbA
    140W: 45°C und 35dbA
    Mit nur einem Lüfter verringert sich das Luftrauschen um einen deutlichen Anteil, trotz leicht höherer Drehzahl von 1200rpm.

    Die fixen Drehzahlmessungen werden mit zwei Lüftern durchgeführt.
    1200rpm:
    Es ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei der 2 Lüfter PWM Messung:
    125W: 40°C und 38dbA
    140W: 40°C und 38dbA
    Das Luftrauschen ist trotz lediglich marginaler Erhöhung der Drehzahl gegenüber der PWM Messung nochmals deutlicher. Dafür erreichen wir auch bessere Temperaturen.

    800rpm:
    Mit dieser Drehzahl testen wir, ob der Kühler auch bei geringer Drehzahl und damit verbunden niedriger Lautstärke genug Kühlleistung bereitstellen kann, um auch in Silent-Systemen dem Prime-Test standhalten kann.
    125W: 43°C und 34dbA
    140W: 43°C und 34dbA
    Es ist also durchaus empfehlenswert, für den Cryorig R1 eine eher träge Lüfterkurve zu wählen, oder ihn gar auf einer festen Drehzahl zu betreiben, da dort das Verhältnis zwischen Lautstärke und Kühlleistung am besten ist.

    upload_2017-1-5_13-56-17.png

    Abschließende Gedanken:
    Cryorigs R1 Ultimate ist ein CPU Kühler für extreme Fälle. Kaum eine CPU hat heute noch eine derart hohe Verlustleistung wie unser 140W Phenom, und selbst den hat der R1 mit Bravour gekühlt. Aus Neugierde ließen wir diesen Prozessor sogar einmal komplett passiv gekühlt laufen. Dafür reichte die Kapazität des Kühlers zwar nicht mehr aus, allerdings konnte er gut 5 Minuten Pufferzeit bereitstellen, bis die CPU an ihrer Maximaltemperatur von ~65°C angelangte.
    Der R1 überzeugte uns eigentlich voll und ganz, allerdings verpasste uns die schwierige, und für das restliche Equipment sicherlich nicht ganz ungefährliche, Montageunterfangen einen gewaltigen Dämpfer. Es sollte nicht sein, dass man (wirklich!) nur mit purer Gewalt in der Lage ist, den Kühler festzuschrauben. Nun montiert man in der Regel ja solch einen Kühler nur einige wenige Male, daher muss der potenzielle Käufer mit sich selbst ausmachen, ob er das sich und seinem Equipment zutraut oder nicht.

    Sight_2016_12_17_145019_324.jpg Sight_2016_12_17_145109_816.jpg Sight_2016_12_17_143137_115.jpg

    Fazit:
    In aller Kürze nun noch einmal hier: Cryorigs R1 Ultimate macht einen hervorragenden Eindruck und kommt mit seiner Kühlleistung an unsere Referenz, Noctuas NH-D15, heran, schlägt ihn aber nicht. Abseits der fraglichen Montage ist der Kühler uneingeschränkt zu empfehlen und definitiv seinen Preis von rund 75€ wert. Der Lieferumfang ist üppig, es gibt keine Platzprobleme mit RAM oder Grafikkarte, die Lüfter sind nicht zu laut oder nervig.

    Rundum ein gelungenes Paket, würdig eines Gold-Awards!

    [​IMG]


    Der Cryorig R1 ist normalerweise für rund 75€ erhältlich, momentan aber scheinbar nicht lieferbar.

    Cryorig R1 Ultimate Preisvergleich | Geizhals Deutschland

    Fürs Cofo,
    William aka kingspride
     

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 4 Jan. 2017.

    1. klause
      klause
      wundert mich schon das der Kühler trotz der Schwierigkeiten bei der Montage noch den Gold-Award bekommen hat.
      Wenn das Board vor einem liegt wie bei eurem Test geht das noch aber im eingenbauten Zustand wie es bei den meisten ist kann man das vergessen.:rolleyes:
    2. kingspride
      kingspride
      Es ist eben der Einzige Nachteil. Kühlleistung ist gut, Lautstärke ist gut, Kompatiblität mit RAM und Grakas ebenfalls...
    3. pedi 123
      pedi 123
      trotzdem bleibt, was luftkühlung angeht ,noctua das maß aller dinge.
    4. klause
      klause
      hab mir mal erlaubt die Herstellerseite zu verlinken, da stehen auch die Maße des Lüfters und der Platz was darunter ist zwecks den RAM.
      Ob Noctua das Maß der Dinge ist laß ich mal dahingestellt, andere sind ebenfalls sehr gut wie die hier präsentierte Marke Cyborig, Prolimatech und andere.
      CRYORIG | R1 UNIVERSAL
      Zuletzt bearbeitet: 9 Jan. 2017
    5. pedi 123
      pedi 123
      da hast du prinzipiell recht, wenn ich mir die montage des cryorig oder des BQ so anschaue, haben die aber schon verloren, so gut die kühler auch sein mögen.
      es zählt nicht nur leistung (da schenken sich die spitzenkühler eh`nicht viel) sondern auch das handling und nicht zuletzt der kundendienst.
    6. kingspride
      kingspride
      ...drum gibts für den einen Gold und für den anderen Diamond :zwinkern:

      @klause Maße hab ich im Review im Eifer des Gefechts wohl verpeilt aufzuschreiben. Hole ich bei Gelegenheit nach.
      Zuletzt bearbeitet: 9 Jan. 2017
    7. klause
      klause
      Am besten ist es sowieso wenn bei diesen 1 Kg-Klötzen oder darüber ein 2. Mann dabei ist, das erleichtert vieles ungemein, vorallem wenn das Mainboard bereits im Gehäuse verbaut ist. Am besten wäre es man hätte 8-Arme wie'n Tintenfisch.:happy:
    8. sanyuk
      sanyuk
      der Fuma in dem Vergleich kostet nur 40eu, bestimmt das beste P/L verhältnis. Aber komisch, wie unterschiedlich die Resultate immer von einer Testseite zur anderen ausfallen.
    9. klause
      klause
      Bekommt man den Fuma überhaupt noch irgendwo ?
    10. kingspride
    11. sanyuk
      sanyuk
      was heisst "noch", dass ist ein recht neuer Kühler, den gibts noch nicht lang. Hätte ich mir vielleicht geholt, aber ich wollte 4 Ram Slots frei und so ists der Mugen 5 geworden. Man kriegt by Scythe schon viel fürs Geld. Im Gegensatz zu Enermax, die Kühler werde ich nie wieder kaufen.

      Als ich mir Enermax gekauft hab,war ich noch so doof und dachte "Heatpipe Direct Touch" wäre ein cooles, aufwendiges Feature. :smiley:
      Zuletzt bearbeitet: 7 Feb. 2017

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