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[Review] Fractal Design Define Mini C - Die nächste Generation stellt sich vor

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von DarknessFalls, 31 März 2017.

By DarknessFalls on 31 März 2017 um 01:19 Uhr
  1. DarknessFalls

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    #1 DarknessFalls, 31 März 2017
    Zuletzt bearbeitet: 19 Apr. 2017
    Es ist noch nicht lange her, da beschäftigten wir uns mit dem kleinsten Vertreter der erfolgreichen Define-Serie der schwedischen Gehäusespezialisten von Fractal Design: Dem Define Nano S. Erneut erreichte uns unlängst ein Paket aus dem hohen Norden, das ein weiteres Define-Gehäuse mit sich brachte; dieses mal jedoch wieder eine Nummer größer, abzielend auf potentere Hardware des Maßes mATX. Wir stellen vor: Das Fractal Design Define Nano C.

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    Wir bedanken uns bei Fractal Design für die Bereitstellung unseres Pressesamples!


    Erster Eindruck:

    Nachdem wir das Define Mini C aus der stabilen, wohlgepolsterten Kartonage befreit haben, können wir uns erneut davon überzeugen, dass man in Schweden nichts in Bezug auf wertige und robuste Bauweise verlernt hat: Das Gehäuse im bekannt schlichten Design bringt bei Maßen von 210 x 413 x 412 mm (B x H x T) stattliche 6.3kg auf die Waage und das obwohl, soviel sei vorweg genommen, zum Beispiel ein Laufwerkskäfig in der Front komplett fehlt.

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    Dieser fehlende Laufwerkskäfig bringt uns zu einer Veränderung zur bisherigen, klassischen Define-Linie, aber einem bekannten Umstand, wenn man das Review zum Define Nano S verfolgt hat: War die schlichte, glatte und schnörkellose, im Look von gebürstetem, schwarzen Metall gehaltene Front bisher stets mit einer magnetisch verschlossenen Tür versehen, so findet der User hier nichts dergleichen: Die Front ist was sie ist - eine Front, nicht mehr, nicht weniger, unbeweglich, nicht zu öffnen. Was zunächst nach einem unbegreiflichen Versäumnis aussieht, soll sich später jedoch noch zur vollsten Zufriedenheit erklären.

    Wenngleich also in der Frontpartie keine Tür verborgen ist, die Zugriff auf die normalerweise dort befindlichen optischen Laufwerke bieten würde, kann man das Gehäusevorderteil mit sanftem Zug entfernen. Hinter der glatten Frontpartie findet man dann freiliegend einen Staubfilter, hinter dem ab Werk ein weißer 120er Lüfter werkelt. Alternativ sind hier zwei zusätzliche 120er oder insgesamt zwei 140er Lüfter montierbar, die für reichlich Frischluftzufuhr sorgen. Für Ruhe bei dieser Frischluftzufuhr sorgt eine in der Front angebrachte Dämmmatte, die die ab Werk schon ruhigen Laufgeräusche des Frontlüfters zusätzlich beruhigt.

    Ebenfalls von vorne erreicht man den über die gesamte Länge des Gehäuses gehenden Staubfilter zwischen den silbernen Standfüßen in "Stereoanlagenoptik" am Boden des Gehäuses, der sich mit beherztem Zug komplett herausziehen lässt. Auf diese Weise fällt eine Reinigung dieses Filters kinderleicht und komfortabel aus.

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    Oberhalb der Front, auf der Deckeloberseite befinden sich die üblichen Bedienelemente: Der runde, silbern eingefasste und blau beleuchtete Powerbutton beherbergt zugleich die HDD-LED, links schließen sich der Resetknopf sowie die Klinkenanschlüsse für Microphon und Kopfhörer an, während rechtsseitig zwei USB 3.0-Ports auf angeschlossene Geräte warten.

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    Der Rest des Gehäusedeckels wird weitestgehend durch das von Fractal Design so getaufte Moduvent-System eingenommen. Hinter diesem Marketingbegriff verbirgt sich ein recht variabler Gehäusedeckel, denn der User hat die Wahl: Zum Einen kann hier ein sich makellos einfügender, mattschwarzer Deckel aus gedämmten Kunststoff angebracht werden, der jedoch - zum Anderen - mit wenigen Handgriffen gegen einen magnetisch haftenden Staubfilter getauscht werden kann, der dann dafür sorgt, dass wahlweise ein dort angebrachter Radiator oder ein Pärchen 120er oder 140er Lüfter Wärme nach außen abtransportieren kann.

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    Auf der Rückseite des Fractal Design Define Nano C findet sich auf den ersten Blick die übliche Standardkost: Das Netzteil ist wie bei den meisten aktuellen Gehäusen unten platziert, darüber finden sich fünf in weiß gehaltene Slotblenden, dann die ATX-Blende mit daneben platziertem 120er Lüfter, der - und damit kommen wir dazu, dass ein erster Blick durchaus täuschen kann - sich wie bei verschiedenen aktuellen Schwestermodellen auch in der Höhe verstellen lässt.

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    Auf diese Weise lässt er sich passend zum Luftstrom des innen verbauten CPU-Kühlers ausrichten und optimiert die Luftzirkulation im Gehäuse. Eine gute Idee! Ein weiteres ungewöhnliches Detail fällt bei der ersten Betrachtung nur unterschwellig auf: Zwei Rändelschrauben im Bereich des Netzteiles. Doch dazu an späterer Stelle mehr.

    Die Seitenwände sind massiv gestaltet und verwinden sich auch beim Herausziehen nicht. Wie schon von den letzten Gehäusen der Schweden gewohnt, bleiben die leicht zu lösenden Rändelschrauben in den Seitenwänden hängen, so dass man nicht Gefahr läuft, eine zu verlieren. In unseren Augen ein deutlicher Komfortgewinn beim Hardwareeinbau.

    Das Seitenfenster der linken Gehäusewand ist großzügig gestaltet und bietet einen beinahe kompletten Einblick in den mattschwarzen Innenraum des Define Mini C.


    Innenbetrachtung / Komponentenmontage:

    Nach dem Entfernen der erwartungsgemäß ebenfalls (im Falle der optional mit Fenster versehenen linken Seite entfällt diese Dämmung natürlich) gedämmten Seitenwände bekommen wir Einblick in das großzügige Innere des Fractal Design Define Mini C.

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    Fractal Design hat bei den letzten von uns getesteten Gehäusen bereits einige Trends vorgegeben, die hier konsequent weiter verfolgt werden. Das Mainboardtray, das Platz für Mini-ITX und Micro-ATX-Platinen bietet, beschreibt zur Front hin einen Knick, so dass der Teil, auf dem das Board montiert wird, weiter nach hinten tritt, während der Teil, an dem sich üblicherweise der Laufwerkskäfig befindet, weiter nach vorne hinaus steht. Auf diese Weise erreicht man zweierlei: Zum Einen bietet man mehr Raum für voluminöse CPU-Kühler (bis immerhin 168mm), während man zum Anderen gleichzeitig Raum für Kabelführung schafft - nämlich dort, wo man sonst Laufwerke vermuten würde. Hier können Kabel durch zwei großzügige, mit Gummitüllen verkleidete Schächte auf die Rückseite des Mainboardträgers geführt werden.

    Die Montage des Kühlers wird bei bereits montiertem Board durch eine großflächige Öffnung im Mainboardtray begünstigt. Diese Öffnung ist bemerkenswert groß gestaltet, so dass selbst Boards, bei denen der CPU-Sockel ein Stück seitwärts oder auch nach oben versetzt platziert ist, keine Probleme auftauchen sollten.

    Dass auf einen Laufwerkskäfig und damit auf die Möglichkeit, optische Laufwerke zu montieren, verzichtet wurde, hat selbstredend einen weiteren Grund neben dem geschaffenen Raum auf der Rückseite des Mainboardtrays: Das Define Mini C, so verhältnismäßig kurz wie es gestaltet ist, bietet Platz für überlange Grafikkarten bis 315mm bei gleichzeitig montierten Frontlüftern. Alternativ lässt sich in der Front, dann natürlich zulasten der Grafikkartenlänge, ein Radiator montieren. Hier gibt Fractal Design Raum bis hin zu 280er Radiatoren vor.

    Auch im Gehäusedeckel können wahlweise ein 240er Radiator oder zwei 120er / 140er Lüfter montiert werden. Für Kühlung ist also reichlich gesorgt, ganz nach den persönlichen Vorlieben.

    Am Boden des Gehäuses, wo normalerweise freier Blick auf das montierte Netzteil geboten wird, befindet sich eine über die gesamte Gehäuselänge reichende Verkleidung, unter der das Netzteil nebst Kabelgewirr vollständig verschwindet. Auf diese Weise hält Fractal Design die Menge der sichtbaren Kabel auf ein Minimum begrenzt, was einer aufgeräumten Optik sehr zugute kommt.

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    Wenn auf der Komponentenseite des Gehäuseinnenraumes keinerlei Laufwerke verstaut werden können, stellt sich die Frage nach dem "Wohin". Die Antwort lautet erwartungsgemäß: Auf die Rückseite des Mainboardtrays und damit auf die "Kabelseite" des Innenraumes. Fractal Design sieht in der Verkleidung des Netzteiles zwei Festplattenschlitten vor, auf denen wahlweise zwei 3.5-Zoll-Geräte auf Gummipuffern oder zwei 2.5-Zoll-Geräte ungepuffert montiert werden können.

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    Weitere 2.5-Zoll-Massenspeicher finden auf einer abnehmbaren Schiene im Bereich der Öffnung für die Kühlermontage Platz: Hier können wahlweise drei SSDs oder Festplatten in diesem Format montiert werden - ebenfalls ungepuffert.

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    Das Netzteil ist von dieser Seite des Innenraumes her gut sichtbar und es fällt auf, dass die Montageweise nicht unbedingt glücklich gewählt ist - womit wir gleichzeitig auf eine weiter Besonderheit der Gehäuserückseite zurückkommen. Fractal Design hat sich entschieden, das Netzteil von hinten montierbar zu machen, seitlich in das Gehäuse kann es nicht eingebaut werden. Hierfür nimmt man zunächst eine mittels Rändelschrauben in der Gehäuserückseite montierte Maske ab, die man hiernach auf dem Netzteil verschraubt. Nun schiebt man das Netzteil mit den Kabeln voran von hinten in das Gehäuse auf vier bereitstehende Gummipuffer, wonach man es mittels der benannten Rändelschrauben wieder fixiert. Insbesondere die Montage mit den Kabeln voran kann sich bei Netzteilen mit reichlich Kabelsträngen sehr umständlich gestalten, so dass hier eher von einer unnötigen Verkomplizierung gesprochen werden kann. Als maximale Länge für das Netzteil werden von Fractal Design 175mm angegeben, was auch für die meisten leistungsstärkeren Stromversorgungen ausreichend sein sollte.

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    Es bleibt dem User überlassen, ob er das Netzteil mit dem Lüfter nach oben oder nach unten verbaut, die Verkleidung bietet nach oben in den Innenraum hinen Lüftungsschlitze an entsprechender Stelle, ebenso wie nach unten mit zusätzlichem Staubfilter. Die Kabel des Netzteiles lassen sich im Anschluss hervorragend verstauen, ausreichend Raum ist geboten. Sehr hilfreich sind dabei die in den für Kabelmanagement vorgesehenen Bereichen angebrachten Klettbefestigungen, zu denen Fractal Design zusätzlich noch ein Bündel Kabelbinder beilegt.

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    Die Komponentenmontage unseres Testsystems verlief erwartungsgemäß problemlos, "kritische" Bauteile des Systems, wie die Grafikkarte (bei uns die mit 300mm überlange HD3870 X2), als auch Netzteil (bis zu xx cm) und der CPU-Kühler finden mehr als genug Raum im Gehäuse. Die von den schwedischen Gehäusespezialisten vorgesehenen Anschlusskabel für das Frontpanel fallen ausreichen lang aus, einzig das Kabel für die zwei USB3.0-Buchsen hätte für unseren Geschmack etwas länger ausfallen dürfen, zudem vermissen wir die optionale Möglichkeit, hier auch USB2.0 verbinden zu können.

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    Die Dämmung sorgt, trotz natürlich ungedämmter Seitenscheibe, für ein angenehm zurückhaltendes Geräuschniveau, das sich subjektiv deutlich von ungedämmten Produkten abhebt. Selbst unsere unter Last gerne röhrende HD3870 X2 ist zwar noch hörbar, aber nicht mehr direkt störend.


    Abschließende Gedanken:

    Ein ausführlicher Test des Fractal Design Define Mini C liegt hinter uns und es gilt, unsere gesammelten Erfahrungen zu einem umfassenden Fazit zu formen. Rückblickend auf viele Reviews von Gehäusen der schwedischen Hardwareschmiede sollte das nicht schwer fallen und vor allem ein Gutes Ende nehmen - beides trifft zu.

    Die Define-Line von Fractal Design hat eine inzwischen langjährige und durchweg erfolgreiche Geschichte vorzuweisen, die von Awards verschiedenster Hardwaretester gepflastert ist. Durch die unaufdringliche, schnörkellos edle Optik der schallgedämmten Gehäuse wirken die Define-Gehäuse bereits bei einem ersten Anschauen bereits solide und wertig - und dieser erste Eindruck soll auch beim Define Mini C nicht täuschen.

    Außen bietet sich also das, was man von einem Define-Gehäuse erwartet, im Innenraum findet sich dann das, was uns die letzten Jahre in Define-Reviews aufgefallen ist: Eine sorgfältige, nicht zu umfassende und vor allem gelungene Evolution, eine Verbesserung eines Gehäuses, das schon in seinen vorherigen Evolutionsstufen sehr gut war.

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    Der Innenraum bietet ungeahnte Möglichkeiten des Kabelmanagements, alle Kabel verschwinden hinter Abkastungen und Blenden, die Wegstecke, auf der sie im Innenraum tatsächlich sichtbar sind, ist wirksam minimiert. Ein weiteres deutliches Plus ist die Ausformung des Mainboardtrays, wodurch Raum für große Kühler, als auch Raum für Kabelmanagement gefunden werden; Dinge, die sich eigentlich ausschließen sollten, aber so möglich gemacht werden. Durch den aufgeräumten, laufwerkskäfigfreien Innenraum entsteht nicht nur eine homogene, aufgeräumte Optik, auch die Kühlung wird auf diese Weise optimiert.

    Negativ mögen die fehlenden Montageplätze für optische Laufwerke auffallen, ebenso die fehlende Möglichkeit 2.5'' HDDs zu entkoppeln. Indes: Mit zunehmender Verbreitung von großen SSDs und gleichzeitig geringerer Verbreitung kleiner, leiser Festplatten verkommt letzterer Kritikpunkt, obwohl von uns häufig angebracht, inzwischen zu einer Fußnote. Fehlende optische Laufwerke können je nach Nutzerprofil ein Ärgernis sein, andere behelfen sich mit einem USB-Laufwerk oder erlangen die notwendigen Daten für den PC über andere Wege - hier entscheidet also die persönliche Präferenz, wie schwer dieses "Problem" wiegt. Unter die Kategorie "nervig" fällt die Art der Netzteilmontage, glücklicherweise geschieht dies in der Regel nur ein einziges mal; folglich verschmerzbar, aber eher etwas, was wir in der nächsten Inkarnation der Define-Serie nicht wiedersehen wollen würden.

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    Alles in allem ist das Define Mini C genau das, was man von einem Gehäuse der Define-Linie erwarten darf: Ein hochwertiges, schlichtes Gehäuse mit großen inneren Werten, wieder einmal mit vorsichtigen, (beinahe) durchweg sinnvollen Änderungen auf seine nächste Evolutionsstufe gehievt. Keine Revolution vielleicht, aber durchaus ein weiterer großer Schritt nach vorne.


    Fazit:

    Die aktuelle Inkarnation des Fractal Design Define in Form des Mini C führt die Stärken der Define-Serie fort und bringt gleichzeitig clevere neue Ideen ein, die das Konzept deutlich bereichern und noch einen Schritt weiter nach vorne bringen. User, die auf der Suche nach einem edel-schlicht gehaltenen Gehäuse mit Schalldämmung sind und dabei auf intern angebrachte optische Laufwerke verzichten können, sollten mehr als nur einen flüchtigen Blick auf das Gehäuse aus dem hohen Norden Europas werfen. Mit vorbildlichem Kabelmanagement und einem durchdachten Kühlungskonzept spielt auch diese Version des Define ganz vorne mit und sammelt völlig zurecht und verdient wieder einmal unseren begehrten Gold-Award ein.

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    Das Define Mini C mit Sichtfenster ist aktuell ab ca. 80,- Euro im Handel erhältlich.
     

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