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[Review] - Noctua NH-D9L

Dieses Thema im Forum "Reviews" wurde erstellt von kingspride, 20 Aug. 2016.

By kingspride on 20 Aug. 2016 um 20:06 Uhr
  1. kingspride

    kingspride Moderator
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    Nach dem Single-Tower Kühler im Miniformat NH-U9S folgt sein Bruder: Der NH-D9L. Bei diesem Modell handelt es sich um eine Dual-Tower Version des erstgenannten Kühlers, die Kühlfläche scheint ähnlich groß zu sein. Wir sind gespannt, wie sich die unterschiedlichen Aufbauten in den Tests mit unserem 125W Phenom schlagen.

    Wir bedanken uns bei Noctua für die Bereitstellung unseres Pressesamples.

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    Verpackt wurde der NH-D9L in einem Noctua-typischen, Weiß-Braun bedruckten Karton. Rundherum sind die nötigsten Infos zum Kühler zu finden, sowie ein goldener Aufkleber, der die Worte "full 3U Compliance" verlauten lässt - Der Kühler scheint also auch für Serversysteme gedacht zu sein. In diesem Punkt unterscheidet sich der D9L auch am wesentlichsten von seinem Bruder.

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    Neben dem Kühler selbst finden wir in der Verpackung noch das übliche Zubehör: Montagekits für AMD und Intel Mainboards, einen Schraubendreher, Wärmeleitpaste, ein Lüfter, 2 Sets Lüfterbügel, um bis zu 2x 92mm Lüfter montieren zu können, ein 7V Lüfteradapter zur Reduzierung der Drehzahlen an ungeregelten Anschlüssen und Montageanleitungen auf Englisch für die verschiedenen Sockel.

    Äußerer Eindruck:
    Der NH-D9L macht einen soliden, zuende gedachten Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist wie erwartet sehr hoch, die Aluminiumlamellen sind mattsilbrig, die Kupferheatpipes glänzend vernickelt. Die Schraubvorrichtungen für das Secufirm Montagesystem sind bereits vorinstalliert. Lediglich das eher leichte Gewicht von 428g ohne Lüfter fällt beim ersten Anheben als Ungewöhnlich auf.
    Im Gegensatz zum Bruder U9S zählen wir beim D9L nur 4 Heatpipes statt 5, sie verlaufen von einem Tower durch den Kühlerfuß zum anderen. Der Fuß ist ebenfalls aus Kupfer und vernickelt, die Bodenplatte glatt geschliffen.

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    Montage:

    Montiert wird der D9L wie alle anderen Noctua Kühler auch: Zunächst muss ein Ständerwerk aus Blechen und Schrauben auf dem Mainboard montiert werden (bei AMD wird die bestehende Backplate übernommen, bei Intel muss die mitgelieferte verwendet werden), danach kann der Kühler auf die CPU gestellt und mit dem Ständerwerk verschraubt werden. Abschließend wird der mitgelieferte 92mm Lüfter mit Drahtspangen mittig zwischen den Towern montiert und mit dem Mainboard verkabelt - fertig.

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    Wir setzen auch gleich unsere großen XMS2 RAM-Riegel ein, um zu sehen, ob Noctua das 100%-Kompatiblitätsversprechen halten kann. Das ist der Fall: Die Kühlrippen der Riegel gehen mit wenigen Millimetern Platz am D9L vorbei. Kompatibel mit hohen RAM-Modulen ist der Noctua also solange, wie man nicht vorhat, auf der Vorderseite des Kühlers einen zweiten Lüfter zu platzieren.

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    Testmethodik:
    Für unsere Kühlertests verwenden wir einen gehäuselosen Aufbau mit einem Gigabyte GA-MA770 UD3 und einem Phenom X4 9550 mit 95W TDP, einen Phenom X4 9850 mit 125W TDP oder gar einen Phenom X4 9950 mit brutalen 140W TDP, je nach TDP-Freigabe der zu testenden Kühler. Den gehäuselosen Aufbau verwenden wir, weil verschiedene Gehäuse mit unterschiedlichen Lüfterbestückungen jeweils sehr großen Einfluss auf die Temperaturentwicklung haben können. Der Testaufbau wird ergänzt durch ein abseits platziertes und nahezu geräuschloses Dell OEM Netzteil, dessen Lüfter bei Bedarf angehalten wird, sowie eine passiv gekühlte PoV GeForce 8600GT und eine SSD, wodurch wir die Geräuschentwicklung des jeweiligen CPU-Kühlers ohne äußere Einflüsse feststellen können.

    Um die CPU wirklich voll zu belasten, verwenden wir den prime95 und wählen hier den "smallFFT" TortureTest aus. Dieser Test läuft rund 10 Minuten. Die Temperaturen lesen wir mittels hwmonitor an der CPU-Diode des GA-MA770-UD3 aus. Zur Kontrolle loggt auch Aida64 diese Daten im Hintergrund mit.

    Die Rahmenbedingungen für unseren Test liegen bei 20°C Zimmertemperatur.

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    Die Kühlleistung wird in mehreren Schritten gemessen:
    1. Kühlleistung unter Verwendung der PWM-Funktion des Mainboards.*
    2. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1500 rpm
    3. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1000 rpm

    *Unter PWM-Einstellung regelt unser Gigabyte GA-MA770 UD3 die Drehzahl der Lüfter selbständig je nach Temperatur. Das BIOS versucht dabei, nach fest vorgegebenen Parametern auf entstehende Temperaturen zu reagieren und gibt "hochregeln" oder "runterregeln" als Signal über die PWM-Steuerung an die Lüfter. Mit welcher Drehzahl und mit welchen Drehzahlsprüngen die Lüfter reagieren, liegt an ihrer Auslegung durch den Hersteller, unser Testsystem hat hierauf keinen Einfluss.

    Wir verwenden für die Belastungstests unseren 125W Phenom X4 9850.

    Belastungstests:
    Wir beginnen mit den PWM Messungen und lassen das Gigabyte die Lüfterdrehzahl selbst regeln, danach bauen wir um auf eine manuelle Lüftersteuerung und messen bei festen Drehzahlen, konkret 1500 und 1000rpm bei 92mm Lüftern, 1200 und 800rpm bei allen größeren Lüftern.

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    Idle:
    Wie schon beim U9S, macht sich der 92mm Lüfter im Idle bei rund 1000rpm kaum bemerkbar, lediglich vernehmen wir ein leises Luftrauschen, das auf keinen Fall aus einem Gehäuse heraus zu hören ist.
    Wir messen 33 dbA und 34°C.

    PWM:
    1 Lüfter:

    Wir starten prime95 und lassen die Lüftersteuerung in den Händen des Gigabyte: Die Temperatur pendelt sich nach etwa 10 Minuten auf 55°C ein, während der Lüfter auf hörbaren, aber keineswegs unangenehmen 1700rpm läuft. Wir messen 35 dbA.

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    2 Lüfter:
    Da uns Noctua freundlicherweise noch einen zweiten NF-A9 Lüfter mit in den Karton gelegt hat, wollen wir auch testen, wie sich der D9L unter Doppelbestückung schlägt.
    Wir befestigen den zweiten Lüfter hinter dem Ersten, da die Vorderseite des Kühlers bereits durch die RAM-Riegel teilweise verdeckt wird, und schließen die beiden Lüfter per Y-Kabel am CPU-FAN Anschluss des Mainboards an.
    Ein weiterer Lauf mit prime95 zeigt die Verbesserungen:
    Wir messen nun nur noch maximal 50°C, müssen dafür aber auch 37dbA und ein leichtes Pfeifen in Kauf nehmen, da die Lüfter interessanterweise genauso schnell laufen wie zuvor: 1700rpm liegen an beiden Lüftern an.

    1500rpm:
    Für die Vergleichbarkeit bauen wir um auf manuelle Lüftersteuerung mit Standardlüfterbestückung (1x) und stellen mit Fingerspitzengefühl 1500rpm ein, danach darf prime95 dem Prozessor wieder ordentlich einheizen.
    Nach erneut rund 10 Minuten pendelt sich die Temperatur bei 57°C ein.
    Die Lautheit beträgt 35dbA.

    1000rpm:
    Um den Lüfter auf 1000rpm laufen zu lassen, war Fingerakrobatik von Nöten: Der Lüfter läuft sehr früh an, und erreicht dann meist direkt rund 1200rpm.
    Bei dieser Drehzahl zeigt sich dann auch das Limit unseres Testkandidaten D9L: Wir messen zwar nur 33dbA, dafür aber auch heiße 67°C, was definitiv über der Grenze für AMD-CPUs liegt.

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    Abschließende Gedanken / Fazit:

    Der NH-D9L schlug sich im Test mit dem 125W Phenom X4 gut. Heutige CPUs weisen i.d.R. weniger Verlustleistung auf als dieser 8 Jahre alte Prozessor. Es kann also davon ausgegangen werden, dass unsere Messungen bereits eine Art Extremfall waren. Der Lüfter konnte trotz hoher Drehzahlen von bis zu 1800rpm mit einer angenehmen Geräuschkulisse aufwarten, die zwar hörbar, aber keinesfalls nervtötend erschien.
    Wir halten den NH-D9L daher für einen idealen Kühler für kleine (ITX)-Systeme mit schneller Hardware. Inwiefern der Kühler für den Servereinsatz taugt, konnten wir leider nicht feststellen, die Einschätzung des Autors ist jedoch, dass für den Dauerbetrieb die Temperaturen etwas zu hoch sind, zumal im Serverumfeld schon eher CPUs mit höheren TDP vorkommen können als im Endanwenderbereich.

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    Aufgrund der im Gegensatz zum NH-U9S nochmals verringerten Höhe bei gleichen Ergebnissen verleihen wir dem Noctua NH-D9L unseren Gold-Award.

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    Zum Review des NH-U9S --> [Review] Noctua NH-U9S
     
    klause hat sich bedankt.

Kommentare

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