1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

[Review] Noctua NH-U9S

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 7 Juli 2016.

By kingspride on 7 Juli 2016 um 14:35 Uhr
  1. kingspride

    kingspride Moderator
    Mitarbeiter

    Dabei seit:
    30 Juni 2010
    Beiträge:
    15.608
    Danke erhalten:
    862
    Ort:
    Berlin
    Heute widmen wir uns einem kleinen, für ITX Systeme konzipierten CPU-Kühler von Noctua.

    Konkret heißt das: Kompatiblität mit nah am Sockel stehenden RAM Slots und PCIe Slots für Grafikkarten. Gleichzeitig soll der Kühler aber auch CPUs mit mehr als 100W Abwärme standhalten, lässt das Datenblatt verlauten.
    Wir bedanken uns bei Noctua für die Bereitstellung des Pressesamples und sind auf die Ergebnisse des 95x95mm Würfels gespannt.

    [​IMG]

    Verpackt wurde der Kühler sehr ordentlich mit doppelten Pappversteifungen, das Zubehör bekommt einen eigenen „Unterkarton“ inkl. Aufdruck. Darin liegen die üblichen Montage-Kits, die Befestigung des Kühlers erfolgt wie bei allen anderen Noctua Kühlern auch über das bekannte und beliebte SecuFirm System. Dazu gibt’s noch eine Spritze Wärmeleitpaste sowie Haltebügel für einen zweiten Lüfter, falls eine Push-Pull-Konfiguration aufgebaut werden soll, und einen langen Winkel-Schraubendreher zur Montage.

    WP_20160711_17_48_00_Pro.jpg

    Äußerer Eindruck:
    Wie üblich, schauen wir uns den Kühler zunächst aus der Nähe an. Der NH-U9S verfügt über die Maße 95x125x95mm (BxHxT) inkl. Lüfter, und wurde versetzt über der Bodenplatte und damit dem CPU-Sockel platziert. Die vernickelten Alu-Lamellen sind sehr dicht angeordnet, der Kühler macht insgesamt einen sehr kompakten Eindruck. Das Gewicht von 524g ohne Lüfter bestätigt dies. Auf einer Seite des Towers wurde eine Aussparung geschaffen, die den Zugriff auf die Montageschraube ermöglicht. Der kleine Tower verfügt über eine beachtliche Anzahl von Heatpipes, insgesamt sind es 5. Diese verlaufen durch den ebenfalls kupfernen & vernickelten Fuß. Dies ermöglicht eine lückenlose Auflage des Kühlers auf der CPU für eine möglichst homogene Wärmeverteilung.

    WP_20160711_17_33_01_Pro.jpg WP_20160711_17_32_41_Pro.jpg WP_20160711_17_32_05_Pro.jpg WP_20160711_17_31_52_Pro.jpg

    Montage:
    Die Montage erfolgt wie bei Noctua üblich sehr einfach und unkompliziert – Zunächst wird ein Ständerwerk aus 2 Blechen, 4 Plastikabstandshaltern und 4 Schrauben auf der bestehenden Backplate des AMD-Systems aufgebaut, danach heißt es dann nur noch: Wärmeleitpaste auf der CPU aufbringen, Kühler draufstellen und mit den bereits am Kühler montierten Federschrauben am Ständerwerk verschrauben. Dank der Federschrauben wird ein Überdrehen und damit eine Überbelastung des Mainboards verhindert, der Kühlerfuß liegt optimal auf der CPU auf.
    WP_20160711_17_26_08_Pro.jpg WP_20160711_17_14_17_Pro.jpg

    WP_20160711_17_18_11_Pro.jpg

    Sowie der Kühler sitzt, können wir problemlos unsere übergroßen XMS2 RAM-Module einsetzen. Noctua hat hier millimetergenaue Arbeit geleistet; der Lüfter des NH-U9S geht höchstens einen Millimeter entfernt am Corsair-Modul vorbei. Dieser verdeckt nun ein Viertel des Lüfters. Um den Kühler uneingeschränkt testen zu können, setzen wir unsere beiden Module um auf die weiter entfernten Slots.

    WP_20160711_17_15_32_Pro.jpg WP_20160711_17_16_11_Pro.jpg

    Testmethodik:
    Für unsere Kühlertests verwenden wir einen gehäuselosen Aufbau mit einem Gigabyte GA-MA770 UD3 und einem Phenom X4 9550 mit 95W TDP, einen Phenom X4 9850 mit 125W TDP oder gar einen Phenom X4 9950 mit brutalen 140W TDP, je nach TDP-Freigabe der zu testenden Kühler. Den gehäuselosen Aufbau verwenden wir, weil verschiedene Gehäuse mit unterschiedlichen Lüfterbestückungen jeweils sehr großen Einfluss auf die Temperaturentwicklung haben können. Der Testaufbau wird ergänzt durch ein abseits platziertes und nahezu geräuschloses Dell OEM Netzteil, dessen Lüfter bei Bedarf angehalten wird, sowie eine passiv gekühlte PoV GeForce 8600GT und eine SSD, wodurch wir die Geräuschentwicklung des jeweiligen CPU-Kühlers ohne äußere Einflüsse feststellen können.

    Um die CPU wirklich voll zu belasten, verwenden wir den prime95 und wählen hier den "smallFFT" TortureTest aus. Dieser Test läuft rund 10 Minuten. Die Temperaturen lesen wir mittels hwmonitor an der CPU-Diode des GA-MA770-UD3 aus. Zur Kontrolle loggt auch Aida64 diese Daten im Hintergrund mit.

    Die Rahmenbedingungen für unseren Test liegen bei 20°C Zimmertemperatur.
    [​IMG]

    Die Kühlleistung wird in mehreren Schritten gemessen:
    1. Kühlleistung unter Verwendung der PWM-Funktion des Mainboards.*
    2. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1500 rpm
    3. Kühlleistung bei einer gefixten Drehzahl von 1000 rpm

    *Unter PWM-Einstellung regelt unser Gigabyte GA-MA770 UD3 die Drehzahl der Lüfter selbständig je nach Temperatur. Das BIOS versucht dabei, nach fest vorgegebenen Parametern auf entstehende Temperaturen zu reagieren und gibt "hochregeln" oder "runterregeln" als Signal über die PWM-Steuerung an die Lüfter. Mit welcher Drehzahl und mit welchen Drehzahlsprüngen die Lüfter reagieren, liegt an ihrer Auslegung durch den Hersteller, unser Testsystem hat hierauf keinen Einfluss.

    Wir verwenden für die Belastungstests unseren 125W Phenom X4 9850.

    Belastungstests:
    Wir beginnen mit den PWM Messungen und lassen das Gigabyte die Lüfterdrehzahl selbst regeln, danach bauen wir um auf eine manuelle Lüftersteuerung und messen bei festen Drehzahlen, konkret 1500 und 1000rpm bei 92mm Lüftern, 1200 und 800rpm bei allen größeren Lüftern.

    Idle:
    Bei 0% CPU Last messen wir nach einer halben Stunde Einlaufzeit 35°C. der Lüfter liegt bei rund 1400rpm, zu hören ist dabei nichts. 33dbA.

    PWM:
    Das System pendelt sich nach 10 Minuten bei rund 54°C ein, wir vernehmen vom Lüfter, der nun bei ca. 1700rpm dreht, kaum einen Laut. Das Messgerät zeigt 34dbA an.

    1500rpm:
    Diese Drehzahl liegt etwas unterhalb derer, die automatisch vom Board angelegt wird, wenn die CPU vollständig belastet wird. So messen wir erwarteterweise erhöhte Temperaturen, und interessanterweise auch eine höhere Lautstärke: 58°C bei 35dbA.

    1000rpm:
    Eine Weitere Reduktion der Lüfterdrehzahl tut der ohnehin schon recht hohen Temperatur unter Last nicht sonderlich gut: Zum Schluss messen wir satte 66°C, bei sehr leisen 33dbA. Um diese niedrige Drehzahl überhaupt zu erreichen, mussten wir mit Fingerspitzengefühl den Drehregler der Lüftersteuerung kurz vor der "AUS"-Position positionieren. Für uns ein klares Signal, dass diese niedrigen Drehzahlen bei einem kleinen Lüfter von Noctua nicht vorgesehen sind; die gemessenen Temperaturen bestärken dies nur noch. 66°C sind bereits oberhalb der von AMD gesetzten Maximaltemperatur von 61°C, die diese CPU haben darf.

    upload_2016-7-11_19-56-48.png

    Abschließende Gedanken:
    Während der Temperaturmessungen konnten wir feststellen, dass direkt hinter dem Lüfter kaum noch ein Luftzug ankommt, trotz hoher Lüfterdrehzahl und guten Kühlleistungen. Die Ursache für diesen Umstand ist schnell gefunden: ein Großteil der geförderten Luft entweicht bereits früh seitlich am Kühler. Die um 90° geknickten Lamellen in der Mitte können dort nur wenig zum Leiten der Luft beitragen. Ob dies so gewollt ist, um den Einsatz zweier Lüfter zu optimieren, ist unklar. Aus unserer Sicht hätte Noctua besser daran getan, die Lamellen auf voller Tiefe als Luftleitblech umzubörteln.

    WP_20160711_17_30_16_Pro.jpg WP_20160711_17_30_30_Pro.jpg

    Es bleibt jedenfalls für den Endverbraucher festzuhalten: Man ist gut beraten, wenn im Gehäuse ein guter Lüfter für Ausreichend Abluftkapazität sorgt, andernfalls könnte sich warme Luft unter der Gehäusedecke stauen und damit die Kühlleistung des kompakten Kühlers schmälern.

    WP_20160711_17_13_51_Pro.jpg

    Fazit:
    Der NH-U9S ist ein guter Luftkühler für kleine, kompakte Systeme. Es gibt keine Platzprobleme im Zusammenspiel mit anderen Komponenten, dafür hat er seine liebe Mühe mit unserem 125W Heizofen aus vergangenen Zeiten. Es ist ein guter Kompromiss, der mit aktuellen Intel-CPUs auch in engen Gehäusen eher weniger Probleme haben sollte als mit unserem Phenom X4.

    WP_20160711_17_33_09_Pro.jpg WP_20160711_17_33_31_Pro.jpg WP_20160711_17_34_12_Pro.jpg WP_20160711_17_50_00_Pro.jpg

    Aufgrund des Verhältnisses Größe zu Kühlleistung können wir guten Gewissens eine Kaufempfehlung für ITX-Systeme aussprechen und den Silveraward verleihen!

    [​IMG]

    Zum Review des Vorgängers NH-U9B geht’s hier lang: [Review] Noctua NH-U9B SE2 - Kompaktes Kühlkraftwerk
     
    klause hat sich bedankt.

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 7 Juli 2016.

Diese Seite empfehlen