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[Review] Premiere: Inter-Tech N21 Crusader

Dieses Thema im Forum "Reviews: Hardware" wurde erstellt von kingspride, 6 Mai 2017.

By kingspride on 6 Mai 2017 um 16:56 Uhr
  1. kingspride

    kingspride Moderator
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    Einleitung
    Eine Premiere zweierlei Art: Wir haben zum ersten Mal ein Gehäuse von Intertech für ein Review erhalten, und ich schreibe heute mein erstes Review zu einem Gehäuse.
    Genauer soll es heute um das Inter-Tech N21 Crusader gehen, einem Budget-ATX-Gehäuse.

    [​IMG]

    Exterieur und erster Eindruck
    Nachdem wir das Gehäuse von seiner Pappverpackung befreit haben, steht ein sehr leichter und dennoch stabiler, komplett schwarz lackierter Midi-Tower mit Plexiglasfenster vor uns.
    Was als erstes auffällt: die Front verliert im Vergleich mit Internetbildern ihren gebürsteten Aluminium-Look, es bleibt nur eine stumpfe Plastikpartie. Abgesehen davon macht das Gehäuse allerdings einen guten Eindruck; alles ist lückenlos schwarz lackiert und auch die Spaltmaße sowie die ordentlich entgrateten Kanten wissen zu überzeugen.

    front-scheibe.jpg front.jpg front-schwarz.jpg
    spaltmaße.jpg Seitenwandstärke.jpg

    Designelemente finden wir hauptsächlich an der Front; diese wurde senkrecht zweigeteilt. Links befindet sich das Aluminiumimitat, rechts ein in Klavierlack-Schwarz gehaltener Streifen. In diesem sind auch die Knöpfe für Power und Reset, sowie ein Ring um den großen Powerknopf für die Power-LED eingelassen. Getrennt werden Alu-Imitat und Klavierlack mit 3 ebenfalls senkrecht verlaufenden Kerben, welche auch den Tiefpunkt der konkav angeordneten Flächen darstellen. Dadurch bekommt das Gehäuse einen sehr standhaften, monolithischen Look.
    Einmal asymmetrisch angefangen, werden auch die Kanten zu den Seitenteilen des Gehäuses unterschiedlich gestaltet. Auf der rechten Klavierlack-Seite finden sich horizontale Streifen bzw. Stege und Kerben, auf der linken „Aluminium“-Seite dagegen geht es eher glatt zu. Im oberen Drittel wurden auf der 45° Kante die USB3 Anschlüsse sowie Front-Audio untergebracht.
    Ganz oben befindet sich schließlich noch ein einzelner 5.25“ Slot, mit einer einfachen Plastikabdeckung verschlossen.
    Der Rest des Gehäuses ist rein funktional gehalten, allein das Sichtfenster auf der linken Seite lässt einen Blick auf die Innereien zu.

    knopf.jpg

    Interieur
    Nehmen wir also die Seitenwände ab, um einen genaueren Blick ins Innere des N21 Crusader zu werfen. Wir finden ein modernes Layout vor, ebenfalls komplett und lückenlos schwarz lackiert. Das Tray selbst ist reichlich unspektakulär, erwähnenswert ist hier nur das großzügig ausgeschnittene Loch auf Höhe des CPU Sockels, damit auch bei montiertem Mainboard noch der CPU-Kühler verschraubt werden kann. Der Bereich unter dem Mainboard-Tray ist mit einem schwarzen Blech abgetrennt, sodass nachher vom Netzteil und zugehörigen Kabeln nichts mehr zu sehen sein wird. Das Trennblech ist im vorderen Bereich mit Lüftungsschlitzen ausgestattet, dahinter befinden sich die Slots für 3.5“ HDDs. Mittig gibt es zwei Aussparungen, in denen 2.5“ Halterungen fixiert werden können, falls denn beabsichtigt ist, eine SSD zur Schau zu stellen. Festplattenkäfige für 2.5“ gibt es beim N21 nämlich nur 2 Stück, und die sind von Werk aus auf der Rückseite des Trays montiert.
    Vorne finden noch zwei 120mm oder 140mm Lüfter unterhalb des 5.25“ Slots Platz, hinten ein einzelner 120mm Lüfter. Montiert sind an diesen Stellen allerdings leider keine. Durch die Verlagerung der 3.5“ HDDs bleibt in der Front sehr viel Platz für Radiatoren und / oder lange Grafikkarten.
    Kommen wir zum „unschönen“ Teil eines jeden PC-Gehäuses: die Rückseite des Mainboard-Trays. Dort müssen, oder sollten, alle möglichen Kabel untergebracht werden. Gerade bei Gehäusen mit Sichtfenster ist es wichtig, dass man alle Kabel hintenrum verlegen und dann nur an den benötigten Stellen per Durchstich am Mainboard einstecken kann, damit der aufgeräumte Eindruck nicht verloren geht.

    innen-alles.jpg PCIe-offen.jpg tray-durchbruch.jpg 525-schnellverschluss.jpg
    rückseite.jpg

    Inter-Tech hat hier an sinnvollen Stellen entsprechende Durchführungen rund um das Mainboard angeordnet, auf der Seite des 24pin Steckers ist sogar eine große, knapp 20cm lange Versatzöffnung untergebracht. Durch diese Öffnung können Kabel direkt vom Mainboard 90° abgewinkelt werden und „hinter der Wand“ verschwinden. Zur Befestigung der Kabel sind genug Ösen für Kabelbinder vorhanden. Einzig in der Mitte fehlen uns ein paar davon; gerade bei Netzteilen mit weniger langen Kabeln muss man manchmal auch quer verlegen. Das wäre hier eher schwierig geworden.
    Unterhalb des 5.25“ Slots befinden sich zwei 2.5“ Halterungen, die mit nur einer Rändelschraube und einem Schiebemechanismus zu demontieren sind. So können sie z.B. auch auf einfache Weise nach vorne in den Hauptraum verlegt werden, um beispielsweise eine schicke SSD sichtbar zu machen.
    Wiederum unterhalb der 2.5“ Halterungen befinden sich die zwei Einschübe für 3.5“ Festplatten. Diese funktionieren wie Schubladen und verfügen dankenswerterweise über Gummientkopplungen. Außerdem sind sie so tief versenkt, dass die SATA-Kabel nicht versehentlich gegen die Seitenwand kommen könnten und damit wieder zu übertragenen Vibrationen führen könnten.
    Praktisch ist, dass rechts neben den HDD-Einschüben und hinter dem Netzteil genug Platz bleibt, um überschüssiges Kabel unterzubringen. „Einfach reinstopfen“ heißt da die Devise.

    25-slot.jpg 25-slot-besetzt.jpg 35-slot.jpg 35-slot-gummi.jpg
    abstand-wakü-525.jpg lüfter-front.jpg lüfter-schraube.jpg

    Montage
    Beginnen wir also mit der Montage. Zuerst plündern wir das Tütchen Zubehör, denn für die Befestigung des Mainboards müssen die entsprechenden Stand-Offs noch selbst angebracht werden. Das stellt aber keine Hürde dar dank eines mitgelieferten praktischen Aufsatzes, der die Sechskant-Standoffs Philips-Kreuzschlitz kompatibel macht. Hilfreich wäre eine Beschriftung an den Löchern gewesen, welche für ATX und welche für mATX genutzt werden müssen. So mussten wir erst eine Schätzung mittels anhalten des zu verbauenden Mainboards machen.
    Entgegen der sonstigen Vorgehensweise, zunächst CPU, RAM und manchmal auch schon den CPU Kühler auf dem Mobo zu installieren und dann das Ensemble im Gehäuse zu versenken, bauen wir direkt das Mainboard ein. Auf diese Weise können wir bei der Montage des CPU Kühlers feststellen, ob das Loch im Mainbord-Tray auch wirklich ausreicht, um nachträglich den Kühler zu wechseln oder einzubauen. Das ist immer dann praktisch, wenn man aufgrund eines großen Topblowers wie z.B. dem Noctua NH-C14S nicht mehr an den Stromanschluss der CPU kommt. Dann kann erst der Strom verbunden werden und anschließend der Kühler aufgesetzt werden.
    Inter-Tech hat an dieser Stelle alles richtig gemacht und genug Platz gelassen, sodass auch AMDs asymmetrischer CPU Sockel problemlos nachträglich mit einem Kühler bestückt werden kann.
    Wir installieren RAM und eine CPU, dann kümmern wir uns um die Montage unserer Kompaktwasserkühlung. Schon beim ersten Öffnen des Gehäuses schrie der freie Platz unterhalb des 5.25“ Slots quasi danach, mit 2 Lüftern und einem Radiator bestückt zu werden. Gesagt, getan; Frontpanel vorsichtig ablösen (Das geht hier gut und ohne etwas abzubrechen oder stark zu belasten) und schon kann die Kompaktwasserkühlung montiert werden. Die Lüfterplätze sind mit Langlöchern ausgestattet, sodass man bei Bedarf auch leicht asymmetrisch bestücken kann. Die Schraubenköpfe unserer Wasserkühlung sind eigentlich etwas zu klein, oder die Langlöcher zu breit – es wäre also anzuraten, sich bei einem solchen Vorhaben noch ein paar Schreiben zum Unterlegen zu besorgen. Bevor das Frontpanel wieder eingesteckt wird, legen wir noch die Kabel der vorderen Anschlüsse um, damit sie ihren Weg zum Mainboard nicht mitten durch den Hauptraum nehmen müssen und den bisher so aufgeräumten Look verderben.

    anschlüsse.jpg anschlüsse-rückseite.jpg knopf-rückseite.jpg

    Weiterhin verbauen wir noch rückwärtig einen weiteren 120mm Lüfter, sowie eine 3.5“ Festplatte und eine 2.5“ Festplatte. Zum Schluss das Netzteil, und dann werden die Kabel verlegt. Die 3.5“ Festplatten werden auf Schlitten wie Schubladen werkzeuglos installiert, für die Montage der 2.5“ Festplatte erfordert es dann doch einen Schraubendreher, einerseits, um die mit Farbe festlackierte Rändelschraube zu lösen, also auch um die Platte im Käfig zu befestigen. Der Anschluss der Kabel gestaltet sich hier etwas schwierig, da sich der Käfig recht nah am Mainbaord befindet, und sich so Sata-Kabel, die vom Mainboard kommen, mit denen, die zur Festplatte gehen, kreuzen und schlecht aneinander vorbeipassen. Ein Versetzen der Käfige etwas weiter nach vorne hätte die Situation entspannt. Für die Installation der Stromkabel empfehlen sich Stecker mit gerade zugeführten Adern, mit den häufiger vertretenen 90° gewinkelten Steckern steht die Konstruktion ziemlich unter Spannung.
    Fehlt zu einem vollständigen System nur noch eine Grafikkarte. Die ist schnell eingesetzt dank des aufgeräumten Hauptraums und der werkzeuglos bedienbaren Rändelschrauben.Die Länge der Karte spielt eigentlich auch keine Rolle: Unsere überlange HD5970 passt bequem, und das trotz Radiator in der Front!
    Zum Einschalten des Rechners fehlt nun nur noch ein winziges, aber wichtiges Detail: Anschluss der Frontpartie und damit auch Anschluss des Power-Schalters. Dazu legen wir zunächst die Anschlusskabel so um, dass sie nicht mehr quer durch den Hauptraum müssen, sondern auf der Rückseite verlegt werden können. Die Front-USB Anschlüsse können wir leider mit unserem antiquerten Mainboard nicht benutzen, Version 3 bietet das Board nicht und ein Adapter auf Version 2 liegt dem Gehäuse leider nicht bei.

    netzteil-gummifuß.jpg netzteil.jpg tray-durchbruch.jpg vordere-25-slots-besetzt.jpg abstand-mobo-boden.jpg HD5970.jpg

    Fazit
    Mit dem Start des Rechners endet dieses Review; und wir können dem Gehäuse eins bescheinigen: Es hält, was es verspricht. Trotz des eher dünnen Blechs macht es einen stabilen Eindruck, die Seitenwände passen gut und auch Schrauben lassen sich ohne Probleme festdrehen. Es klappert wenig, es schnarrt nichts. Die Kabel der Frontanschlüsse sind sehr lang, über 30cm. Es gibt keine unlackierte Stelle und keine scharfe Kante, das Zubehör ist knapp, aber ausreichend. Vorinstallierte Lüfter, ein paar mehr Kabelbinder und ein Adapter von USB3 auf USB2 wären schön gewesen. Das Layout des Gehäuses ist zeitgemäß und bietet genug Möglichkeiten, Kabel zu verstecken oder auf kürzestem Wege ihren Zielsteckplatz zuzuführen.
    Als einziger Wehrmutstropfen bleibt das schlechte Aluminiumimitat und die irgendwie billig wirkenden Power- und Reset-Köpfe. Ein richtiger Schalter als Power-Switch hätte uns besser gefallen.
    Wer einen Rechner mit klaren Budgetgrenzen baut, sollte sich dennoch unbedingt das Inter-Tech N21 Crusader ansehen. Die positiven Eindrücke überwiegen klar die negativen, und der starke Preis von aktuell rund 40€ tut sein übriges. Vergleichbares gibts da nur von Aerocool in Form des Aero-500.

    rippen-seite.jpg zollstock-cpukühler.jpg zollstock-grafikkarte.jpg

    Wir verleihen dem Kreuzritter daher einen wirklich verdienten Preis-/Leistungs-Award !

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    Das Gehäuse ist derzeit für rund 40€ erhältlich: Inter-Tech N21 Crusader mit Sichtfenster Preisvergleich | Geizhals Deutschland


    Fürs Cofo-Team,

    kingspride aka William
     

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