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[Review] Silverstone Grandia GD10 - HTPC-Gehäuse für starke ATX-Hardware

Dieses Thema im Forum "Reviews" wurde erstellt von DarknessFalls, 1 Feb. 2015.

By DarknessFalls on 1 Feb. 2015 um 23:42 Uhr
  1. DarknessFalls

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    Vor guten zwei Jahren durchlief ein besonderes HTPC-Gehäuse ein Review bei uns: Das MS-Tech MC-380. In diesem HTPC-Gehäuse konnte der stolze Besitzer komplette ATX-Hardware verbauen, was einen Umstieg vom vorhandenen Full-Size-Gaming-Rechner auf ein flaches HTPC-System für das Wohnzimmer ermöglichte, ohne neue Hardware kaufen zu müssen. Diese Besonderheit ging allerdings mit einer Fülle von Kompromissen einher, die dem dennoch durchaus interessanten Gehäuse letztlich einen Award verwehrten. Silverstone schickt nun ein Gehäuse ins Rennen, das es besser machen will als der MS-Tech-Sprössling: Das Grandia GD10.

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    Wir bedanken uns bei Silverstone für die Bereitstellung unseres Pressesamples.


    Erster Eindruck:

    Das Grandia GD10 macht bereits beim Äußeren einiges anders. Während das MS-Tech MC-380 stark in die Tiefe baute und die Hardware so "hintereinander" im Gehäuse eingebaut wurde, ist das Silverstone-Gehäuse breiter angelegt und dafür mit weniger Tiefe ausgestattet. Die daraus resultierenden Maße: 442x171x362mm (BxHxT), als Kampfgewicht bringt das GD10 eher schlanke 4.8kg auf die Waage. Die Front des Silverstone-Gehäuses ist betont schlicht und nüchtern gestaltet, eine große Klappe bedeckt nahezu die gesamte Vorderseite und sorgt so für eine glatte Front.

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    Hinter der abschließbaren Klappe verbergen sich zwei USB3.0-Ports, Anschlüsse für Headset und Mikrofon, die Knöpfe für die Stromversorgung und den Hard-Reset sowie ein Montageplatz für ein 5 1/4''-Laufwerk. Auf der einen Seite ist das Grandia GD10 so optisch betont nüchtern und edel gehalten, die glatte Front fügt sich ausgezeichnet in einen TV-Schrank ein. Auf der anderen Seite jedoch ist es höchst unpraktisch, diese Klappe zu öffnen, wenn man den PC einschalten möchte. Auch unpraktisch: Steckt man USB-Geräte in die beiden Front-USB-Ports ein, muss die Klappe offen stehen bleiben - wir haben hier also eine Lösung, die sich rein auf gelungene Optik reduziert und die Funktion hinten anstellt.

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    Die Seitenteile des GD10 sind jeweils mit großen, leicht zu entfernenden Staubfiltern bedeckt, hinter denen sich rechtsseitig ein 120er Lüfter sowie der Montageplatz für das Netzteil und linksseitig zwei weitere 120er Lüfter befinden. Nicht nur für ausreichende Durchlüftung scheint so gesorgt zu sein, auch ein Montageplatz für das Netzteil wurde gefunden, der es erlaubt, dass das Netzteil kühle Luft von außen ansaugt und sie am Heck nach außen abführt, ohne sie in den Innenraum gelangen zu lassen.

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    Auf der Rückseite des komplett mattschwarzen Gehäuses befinden sich oberhalb des ATX-Panels zwei weitere Montageplätze für Lüfter - dieses mal in 80mm. Einen weiteren Lufteinlass wird durch die Slotblenden erzeugt: Sie alle sind unlackiert im Metalllook gehalten, was einen willkommenen Kontrast zum restlichen Gehäuse bildet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gehäusen sind sie jedoch nicht geschlossen, sondern von oben bis unten mit Lüftungsschlitzen versehen. Oberhalb der üblichen senkrecht zum Mainboard stehenden Slotblenden befindet sich eine weitere, liegende. Für eine hier verbaute Karte ist im ansonsten geschlossenen Gehäusedeckel ein Lüftungsgitter eingelassen. Frischluft ist also im GD10 unverkennbar Trumpf!

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    Wie es sich für ein Gehäuse, das den Eindruck einer HiFi-Komponente erwecken möchte, gehört, thront das GD10 auf silbernen Füßen, die auf der Unterseite rutschfest gummiert sind. Insgesamt weiß die Optik des Silverstone-Gehäuses zu überzeugen, aber auch die Qualität ist bis hierhin absolut untadelig: Die Frontklappe sitzt fest in ihren Scharnieren, sie verwindet sich nicht, die Wandstärke der Metallflächen ist ordentlich, nichts ist dröhnig oder wirkt labil. Die herausklickbaren Staubfilter mit Rahmen aus Kunststoff fügen sich optisch hervorragend in den mattschwarzen Gehäusekorpus ein, die Befestigung ist solide und fest.


    Innenbetrachtung / Komponentenmontage:

    Von außen also ist das GD10 vielversprechend, folgen soll ein Blick in den Innenraum. Mit zwei Schrauben lässt sich der Deckel des Gehäuses lösen und anschließend nach hinten ziehen, von wo der Blick auf den Innenraum frei wird. Sofort fällt auf: Dieser ist großzügig bemessen. Hinter dem Einbauplatz für das 5 1/4''-Gerät befindet sich ein mit vier Schrauben herausnehmbarer Laufwerksschlitten, der unterhalb des Montageplatzes für das optische Laufwerk zusätzlich ein 3,5''-Gerät aufnehmen kann. Für 2.5''-Geräte ist ohne Adapter kein Platz.

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    Eine weitere Einbaumöglichkeit für eine Festplatte befindet sich unterhalb des Laufwerksschlittens am Frontblech, wo eine Festplatte auf der Seite stehend in mit Moosgummi ausgekleideten Schienen Platz nehmen kann - hier wird also wirksam entkoppelt. Ebenfalls herausnehmbar ist der Mittelsteg im Gehäuse, der auf der einen Seite stabilisierend wirkt, auf der anderen Seite jedoch im Weg sein kann, wenn man eine der Stärken des GD10 ausnutzen will: Die Möglichkeit, einen potenten Kühler mit einer maximalen Bauhöhe von 138mm einzubauen. Verzichtet man auf ein optisches Laufwerk und entfernt bei Bedarf auch noch den erwähnten Mittelsteg, findet mindestens ein potenter Top-Blower vom Schlage eines Noctua NH-C14 Platz im Gehäuse. Sobald allerdings ein optisches Laufwerk seinen Platz im GD10 einnehmen soll und somit der Laufwerksschlitten genutzt wird, schwindet der Platz für einen solchen Kühler und eine andere Lösung muss her - aufgrund Platzmangels dann eine kleinere und somit schwächere, wie auch auf unseren Fotos ersichtlich.

    Kein Platzmangel herrscht indes an anderer Stelle: Für Grafikkarten gibt Silverstone eine maximale Länge von 309mm an - und wie man sieht, passt unsere überlange, 300mm messende HD3870 X2 perfekt in das Gehäuse, die Grafikkarte dürfte sogar, sofern die Stromanschlüsse sich nicht am hinteren Ende befinden, sondern wie bei der ATi-Dual-GPU an der Seite, sogar noch länger sein als laut Werksangabe erlaubt.

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    Auffällig wird aber beim Betrachten der Grafikkarte noch etwas anderes: Unser für Gehäusereviews verwendetes SuperFlower Atlas mit normal tiefem, aber abnehmbaren, mit starren Schraubverbindungen ausgestatteten Kabeln, ist für enge Gehäuse ein kleiner Albtraum. Im Silverstone Grandia GD10 passt das Netzteil problemlos an den dafür vorgesehenen Montageplatz, allerdings ragen die starren Enden der Kabelstränge über den zusätzlich in der Seitenwand verbauten 120er Lüfter hinaus. Sie kollidieren zwar nicht mit ihm, aber es ist ein Fingerzeig dahingehend, dass Netzteile mit sehr tiefem Gehäuse hier nicht verbaut werden könnten, ohne den Gehäuselüfter zu entfernen. Selbst bei normal tiefen Netzteilen mit starren Kabeln, deren Auslass anders gesetzt ist, als beim Atlas von SuperFlower, KÖNNTEN mit diesen Kabeln mit dem Lüfter kollidieren.

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    Wir entdecken also nach dem kleinen Problem mit dem Laufwerksschlitten einen weiteren Kompromiss, den Silverstone mit dem GD10 eingehen musste, um ATX-Hardware einen Platz in einem vergleichsweise kleinen Gehäuse bieten zu können. Doch damit noch nicht genug, bleiben wir beim Netzteil. Wie schon erwähnt und auf den Fotos gut ersichtlich, ist das SuperFlower Atlas mit annehmbaren Kabelsträngen ausgestattet, weshalb wir nur die notwendige Anzahl an Kabeln im Gehäuse haben. Dennoch ist es mit Aufwand verbunden, die Kabel so unterzubringen, dass wir von ordentlichem, dem Airflow nicht über die Maßen entgegenstehendem Kabelmanagement sprechen können.

    Die Lüfter des GD10 verfügen allesamt über dreipolige Anschlüsse und können so mit dem Mainboard oder alternativ mit einer verbauten Lüftersteuerung der Wahl verbunden werden. Eine Möglichkeit der Lüftersteuerung über eine vorinstallierte Anlage sieht Silverstone nicht vor.

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    Ein weiterer kleiner Wermutstropfen bezieht sich auf die Kabel zum Frontpanel, die allesamt zunächst einmal eine mehr als ausreichende Länge haben - das ist uns bereits mehrere male, insbesondere bezogen auf den HD-Audio-Anschluss, anders untergekommen. Was uns aber auch des öfteren und wünschenswerterweise anders unterkommt ist die Gestaltung des Anschlusses für die beiden USB3.0-Ports in der Front des Gehäuses, bei dem Silverstone leider keine alternative Möglichkeit vorsieht, die beiden Ports mittels eines internen Headers für USB2.0 zu versorgen. Besitzer eines etwas älteren Mainboards, wenn auch inzwischen sicherlich eher rar gesät, schauen folglich in die Röhre.

    Insgesamt bleibt für die Montage festzuhalten: Das Silverstone Grandia GD10 bietet über das reichliche Montagematerial und die für ein HTPC-Gehäuse großzügigen Innenmaße ordentliche Möglichkeiten, ATX-Komponenten, auch leistungsstarke, zu verbauen. Mit Kompromissen muss man sich jedoch zufriedengeben können - allerdings bei weitem nicht mit so ausgeprägten wie zum Beispiel beim MC-380.

    Im Betrieb schließlich zeigt sich die Belüftung des GD10 leise und unaufgeregt. Die drei Lüfter laufen ruhig und ohne nervige Tickergeräusche, die Luftströmungsgeräusche durch die seitlichen Staubfilter halten sich in Grenzen - solange die Lüfter nicht hochgeregelt werden.


    Abschließende Gedanken:

    Zum zweiten Mal in der Geschichte der Reviews auf computerforum.de hatten wir die Gelegenheit, ein HTPC-Gehäuse zu begutachten, das aus der breiten Masse der mATX oder mini-ITX-Gehäuse heraussticht. Silverstone ermöglicht es mit dem Grandia GD10, die komplette, potente Hardware aus einem Gaming-PC in einem Gehäuse unterzubringen, das sich genausogut im HiFi-Rack wie auf dem eigenen Schreibtisch macht. Gaming-Rechner dekorativ im Wohnzimmer? Kein Problem - wenn auch mit kleineren Einschränkungen.

    Grundsätzlich ist das Grandia GD10 von Silverstone mit reichlich Platz gesegnet und geht mit den Zwängen, die das Vorhaben vollwertige ATX-Hardware in ein HTPC-Gehäuse zu quetschen mit sich bringt, deutlich besser um als MS-Techs MC-380. Eine ausladende Grafikkarte von mehr als 300mm Länge findet genügend Platz, bei Demontage eines von drei vormontierten 120er Lüftern ist auch die Montage eines sehr tiefen Netzteils wie zum Beispiel dem BeQuiet Dark Power Pro ohne weiteres möglich. Wo wir beim Stichwort "Lüfter" sind: Die Durchlüftung ist so, wie wir es von einem Gehäuse, das potenter Gaming-Hardware Platz bieten kann, erwarten würden. Wahlweise kann das GD10 sehr leise und dennoch mit einem frischen Lüftchen im Inneren betrieben werden, alternativ können die drei vormontierten Lüfter einen wahren Orkan und damit bildlich gesprochen arktische Temperaturen im Gehäuseinnenraum erzeugen. Platz für zwei 3.5''-Festplatten und ein optisches Laufwerk ist ebenfalls vorhanden, lediglich für 2.5''-Geräte braucht es dann doch (und zugegeben ärgerlicher Weise) einen Adapter.

    Bei den Laufwerken offenbart sich dann auch einer der Kompromisse, den Silverstone eingehen musste, denn hier stellt sich dem stolzen Besitzer die Frage: Möchte ich wirklich potente, möglicherweise übertaktete Hardware verbauen oder reicht mir auch die etwas stromsparendere Variante? Entscheidet man sich für letzteres, ist alles in Butter, möchte man aber mehr, muss zwangsläufig einer von zwei HDD-Montageplätzen und das optische Laufwerk weichen - verbleibt also noch Platz für genau eine Festplatte oder SSD.

    Kompromisse, die der geneigte Käufer mit dem GD10 eingehen muss, sind aber leider nicht nur mit den mehrfach angesprochenen und schlichtweg vorhandenen Zwängen und räumlichen Gegebenheiten geschuldet, mit denen sich Silverstone auseinandersetzen musste - dass die vorderen USB-Buchsen zwangsweise an USB3.0 angeschlossen werden müssen und ansonsten nutzlos sind, ist trotz einer schwindenden Anzahl an Mainboards ohne den aktuellen USB-Standard ärgerlich und überflüssig. Ebenfalls nicht ganz durchdacht ist die zweifelsohne hübsche und für einen hochwertigen Eindruck sorgende Klappe an der Front des Gehäuses. Als Designelement, das die Front des GD10 wie aus einem Guss wirken lässt, ist sie unstrittig gelungen, allerdings bringt sie das Ärgernis mit sich, dass sie für ein simples Einschalten des PCs jedes mal vorher geöffnet werden muss und sich bei Einstecken von USB-Geräten an den Front-USBs nicht mehr schleißen lässt.

    Trotz der erwähnten Einschränkungen und kleinen Designfehler weiß uns das GD10 im Test durchaus zu überzeugen. Das Gehäuse ist hochwertig, wuchtig, elegant designed und wirkt wie aus einem Guss. Es ist für HTPC-Hardware wie auch für ATX-Gaming-Hardware - wenngleich dort mit kleinen Einschränkungen - voll geeignet, was eine Kombination darstellt, die man im großen Gehäusemarkt so nur selten antrifft.

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    Fazit:

    Das Silverstone Grandia GD10 ist ein optisch und qualitativ hervorragend gelungenes Gehäuse wie aus einem Guss, das auch von den inneren Qualitäten her zu überzeugen weiß. Es bietet mit nur wenigen echten Einschränkungen die Option, vollwertige, leistungsstarke ATX-Hardware einschließlich ATX-Netzteil, über 300mm lange Grafikkarte und bis zu 138mm hohem Kühler in einem wohnzimmertauglichen HTPC-Gehäuse unterzubringen - ein Luxus, den man leider noch immer viel zu selten im großen, hart umkämpften Gehäusemarkt sieht. Insgesamt ist uns die edle Optik zusammen mit der hervorragenden Verarbeitung, den für HTPC-Verhältnisse großzügigen Platzverhältnissen und der hervorragenden Durchlüftung nicht weniger als unseren begehrten Silver-Award wert. Für User, die ihren Gaming-PC vom Arbeitszimmer auch optisch passend in das Wohnzimmer verlegen wollen und hierbei möglichst wenig Kompromisse eingehen wollen, sollte das Silverstone Gradia GD10 definitiv in der näheren Auswahl dabei sein. Unsere Empfehlung hat es allemal.

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    Das Silverstone Grandia GD10 ist aktuell ab ca. 88 Euro im Handel erhältlich.

    Zur Diskussion geht es hier entlang: http://www.computerforum.de/threads...dia-GD10-HTPC-Gehäuse-für-starke-ATX-Hardware
     
    Maxy hat sich bedankt.

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Reviews" wurde erstellt von DarknessFalls, 1 Feb. 2015.

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